/ Wort zum Tag

Ohne Angst in den Tod

Johannes Holmer über Sprüche 14,32.

Gerade habe ich eine Beerdigung gehalten. Ein 84jähriger Mann aus Wolynien war gestorben. Die Wolynier sind am Ende des zweiten Weltkriegs aus ihrer Heimat im Nordwesten des Schwarzen Meeres, etwas westlich von Kiew vertrieben worden. Sie waren in ihrer Heimat fest im christlichen Glauben verwurzelt und haben diesen schlichten aber klaren Glauben mit nach Mecklenburg gebracht. In der DDR-Zeit waren sie mit vielen dementsprechenden Herausforderungen konfrontiert. Aber sie haben sich von ihrer zuversichtlichen und  freundlichen Lebensart nicht abbringen lassen, und vor allem nicht von ihrem Glauben. Viele haben bis zuletzt auch daran festgehalten, dass es wichtig ist, den Kindern den Glauben weiterzugeben und sie nicht einfach der sozialistischen Ideologie zu überlassen.

Das alles wurde bei dieser Beerdigung deutlich. Und genau daran hat mich der Vers 32 aus dem Kapitel 14 der Sprüche Salomos erinnert. Dort sagt der weise König aus dem reichen Fundus seiner Lebenserfahrung heraus: „Ein Gerechter ist selbst im Tod geborgen“. --- Selbst im Tod geborgen?

Das geht doch nur, wenn ich weiß, was danach kommt, oder? Aber wie kann man das wissen? Wenn „mit dem Tod alles aus ist“, wie es viele Zeitgenossen vorsichtshalber mal so formulieren – wissen kann man es ja nicht so genau – dann funktioniert das mit der Geborgenheit irgendwie nicht so richtig. Dann kann man zwar einen gewissen Fatalismus an den Tag legen und sagen: Es wird schon irgendwie werden oder irgendwas wird schon kommen. Aber befriedigend ist das so richtig nicht. Und vor allem gibt es darüber keine wirkliche Gewissheit. Darum kann so etwas wie Geborgenheit nicht aufkommen.

Woher aber nimmt Salomo nun diese Gewissheit, dass ein „Gerechter“ selbst im Tod geborgen“ sein kann?

Eine wirklich erhellende Antwort darauf kann uns das Wort des Paulus aus Römer 8, 38–39 geben. Dort sagte er: „Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“

Für Paulus war klar: Gott hat uns geschaffen mit einem ganz klaren und deutlichen Ziel: Die Ewigkeit bei Ihm. Gott hat uns für eine kurze Zeit auf diese Welt gestellt, damit wir uns entscheiden dürfen und müssen, wo wir die Ewigkeit zubringen wollen: Bei Ihm in seinem Reich oder in Ewigkeit fern von Ihm. Die Bibel nennt das kurz und bündig, aber letztlich für jeden verständlich „Himmel und Hölle“. Der Himmel ist das Leben in der unmittelbaren Nähe Gottes. Die Hölle ist, von Gott zu wissen, Ihn zu sehen, aber nicht zu Ihm kommen zu können.

Paulus hat, wie schon Salomo in früheren Zeiten, die „Gerechtigkeit Gottes“ kennengelernt. Paulus wusste: Diese Gerechtigkeit muss und kann ich mir nicht verdienen, die bekomme ich geschenkt durch den Glauben an Jesus Christus. Und in Joh. 3,36 heißt es schlicht und klar: „Wer an Jesus glaubt, wer sich ihm anvertraut, der hat das ewige Leben.“ Dieses Vertrauen gibt Geborgenheit selbst im Tod. Es gibt die Gewissheit: „Wenn das Schlimmste kommt, dann bleibt uns das Beste!“ Es gibt uns die Zuversicht: Ich habe ein Zuhause bei Gott. Das lässt uns froh in die Zukunft blicken, denn – wie sagt es Salomo - : „Der Gerechte ist auch im Tode geborgen.“



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Kommentare

Von Dietrich T. am .

Es ist stärkend, wieder mal eine klare Botschaft über unsere Hoffnung und die Ewigkeit zu hören. Danke dafür.

Von Sabine St. am .

Danke für Ihre guten Worte! Ich werde sie einer Freundin schicken, die dem Glauben fern ist.

Von B. Lukas am .

"Der Tod ist nur die Tür in die Ewigkeit", sagte mein Vater bis zu seinem Tod jedem Besucher und seiddem durfte ich diese mutmachende Gewissheit schon viele Male weitergeben, denn „Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben mich scheiden kann von der Liebe Gottes".

Von Rainer P. am .

Danke. Sie haben die Botschaft Gottes klar dargestellt. Vielen lieben Dank dafür.


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