/ Wort zum Tag

Hilfe ist da!

Gerhard Weinreich über Psalm 121,1-2.

Bibelvers

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 121,1–2

Eine Frau erzählt: „Nach einem geplatzten Blinddarm, ernsthaften Komplikationen und einer zweiten Operation lag mein Mann drei Wochen im Krankenhaus. Die Blutwerte waren schlecht, sein Zustand ernst und der Blick des Arztes sorgenvoll. Hochschwanger mit unserem dritten Kind lag ich nachts daheim im Bett und drehte mich schlaflos hin und her. Sorgen und Ängste stiegen in mir auf. Ich überlegte mir bereits, wie mein Leben als alleinerziehende Mutter aussehen würde.“

Ich kann dieser Frau nachfühlen. Ich kenne das bange Gefühl, das mich überfällt, wenn sich persönliche oder familiäre Sorgen und Ängste wie Berge vor mir auftürmen – mir den Schlaf rauben, weil sie unüberwindbar erscheinen. Manchmal fällt mir dann Psalm 121 ein, der mit den Worten beginnt: "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat."

Von einem unbekannten Wallfahrer stammt dieses Lied. Er ist zu einem jüdischen Fest nach Jerusalem gepilgert und jetzt wohl auf dem Heimweg. Vor ihm liegen Berge. Sie wirken auf ihn bedrohlich. Ihre Schluchten und engen Pfade erscheinen ihm gefährlich. Er hat Angst vor wilden Tieren und Räubern und fragt sich, ob ihm jemand helfen könnte. Da geht ihm auf: Meine Hilfe kommt – nicht vielleicht, nicht irgendwann einmal, sondern gewiss. Mein Helfer ist Gott selbst –  der Schöpfer Himmels und der Erde! Mit großer Kraft kommt er auf mich zu, kommt er zu mir. Dann bin ich nicht mehr ohne Hilfe und Schutz, muss ich nicht trostlos oder gar hoffnungslos sein. Ich habe einen starken Gott an meiner Seite!

Aber spricht das reale Leben nicht dagegen? Wo ist dieser Helfer, wenn Menschen jung sterben? Wenn ich hilflos mit ansehen muss, wie ein geliebter Mensch jahrelang leidet? Wenn Eltern ein Kind verlieren oder Kinder ein Elternteil? Jemand, der da aus eigener Erfahrung mitreden kann, hat darauf einmal geantwortet: „Gottes Hilfe kann bedeuten, dass er die leidvolle Situation wendet – Krankheit überwunden wird, Gefahren beseitigt werden, es mir wieder gut geht. Gottes Hilfe kann aber auch bedeuten und sich darin zeigen, dass er mir durch das Leid hindurchhilft, mich darin trägt und meine Seele bewahrt – dass ich nicht verzweifle, sondern seine Nähe und seinen Trost auch im Leid erfahre. Gott kann mich auch mit Freunden versorgen, die mir helfen und zu mir stehen.“

Doch für die entscheidende Hilfe hat sein Sohn, hat Jesus Christus gesorgt, als er – an ein Kreuz genagelt – schrie: „Es ist vollbracht.“ Er hat mit seinem Tod erreicht, dass der Weg zu Gott nicht mehr von unserer Schuld und Sünde versperrt, sondern wieder offen ist. Und dass der Weg des Sterbens keine Sackgasse des Todes mehr ist, sondern eine Einbahnstraße zum Leben. Wie bedrohlich und furchterregend die Schluchten und Engstellen unseres Lebens auch sein mögen – mit Jesus kommen wir am Ende heim zu Gott. Bei ihm werden wir endlich für immer zu Hause sein.


Kommentare

Von Brigitte S. am .

Diese worte kamen zur richtigen zeit, da wir gerade in der verwandtschaft von einer schweren krebserkrankung erfuhren. Wir hoffen auf gottes hilfe

Von Hedy am .

Danke fuer den Psalm121 und die Auslegung.

Von Gerhild S. am .

Ein herzliches "Dankeschön" für diese ansprechende Auslegung. Ich wünsche, dass viele sie lesen und hören, damit sie inneren Frieden bekommen und vom Bösen ablassen. Mit Jesus leben und sterben, das ist mein Leben. Liebe Weihnachtsgrüsse.

Von Sabine am .

Ihre Worte tun gut!!!!!! Auch, wenn ich z Zt nicht viel Leidvolles durchmache...... danke dafür


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