/ Wort zum Tag

Der entscheidende Blickkontakt

Christa Weik über Psalm 32,8.

Bibelvers

Ich will dich mit meinen Augen leiten.

Psalm 32,8

Kennen Sie das Spiel „Zublinzeln“? Alle stehen in zwei Kreisen – paarweise hintereinander. Nur eine Person ist allein. Sie muss versuchen, sich eine der Personen des inneren Kreises „herbeizublinzeln“, bevor die Person des äußeren Kreises es bemerkt und sie daran hindern kann. Alle Blicke der Paare sind höchst konzentriert auf die einzelne Person gerichtet. Keiner will das Blinzeln verpassen oder übersehen.

Im Psalm 32, Vers 8 geht es ebenfalls um einen entscheidenden Blickkontakt. Gott verspricht seinem erwählten Knecht David: „Ich will dich mit meinen Augen leiten.“ Eine sichere Lebensführung durch Gott selbst – wie geschieht sie?

Der Psalm beginnt mit der doppelten Aussage: Wohl dem, das meint: Dem wird das Leben in Gottes Augen gelingen, dem die Schuld vergeben ist. Sünde, die bewusst verschwiegen wird, belastet unser Leben in jeder Hinsicht. Erst wenn sie erkannt, bereut und vor Gott und – wo es nötig ist, vor Menschen - zugegeben worden ist, erfahren wir die befreiende Vergebung. David hat es selbst erlebt: Als er erkannte, dass sein Ehebruch mit Bathseba und der durch ihn gesteuerte Tod ihres Ehemannes Uria (2. Sam 11 und 12) großes Unrecht vor Gott und vor Menschen gewesen war, gab er seine Schuld vor Gott und dem Propheten Nathan zu und bat um Vergebung. In Psalm 51 drückt David seine Reue aus, hier in Psalm 32 bezeugt er vor der Gemeinde die Freude der erfahrenen Vergebung und lobt seinen Gott. Nun kann Gott ihm seine Leitung per Blickkontakt zusagen.

Hören Sie zweitens auf den ganzen Vers 8: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“ Gott macht drei Versprechen: Er will David – und auch uns – unterweisen, lehren; er will uns den für uns gangbaren Weg zeigen; er will uns mit seinen Augen leiten.

Unterwiesen und gelehrt werden wir, in dem wir das Wort Gottes immer besser kennenlernen. Besonders in der Advents- und Weihnachtszeit denkt so mancher: „Die biblischen Ereignisse kenne ich doch alle!“ Wirklich? Testen Sie sich selbst: Auf welche Weise gaben die Engel den Hirten die gute Nachricht weiter? Sie sprachen – vom Singen wird nichts gesagt (Lk 2). Was wird über den Berufsstand und die Anzahl der Weisen aus dem Morgenland gesagt? Es handelt sich um Gelehrte einer Priesterkaste, wohl aus Persien – von Königen und ihrer Anzahl lesen wir nichts (Mt 2). Was gab Eva ihrem Mann Adam im Paradies weiter? Eine Frucht – vom Apfel ist keine Rede (1. Mose 3).

Durch sein Wort und durch seinen Geist, auch durch beratende Gespräche und durch Lebensumstände, führt uns der Herr auf seinen Wegen (u. a. Apg 16). Und die Leitung mit seinen Augen setzt eine innere Verbundenheit mit unserem Herrn voraus. Diese Beziehung geht über das Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeiter weit hinaus (Ps 123,3). Sie ist von Liebe und Vertrauen geprägt, von einem gegenseitigen Sich-kennen und Sich-angenommen-wissen. Freuen wir uns heute darüber, dass die Augen unseres Herrn auf uns gerichtet sind und er uns sicher durch den Tag leiten will. Sorgen wir dafür, dass keine unvergebene Sünde diesen Blickkontakt stört. Unser Herr meint es gut mit uns. 



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