/ Wort zum Tag

Die stärkende Kraft der Glaubenslieder

Hans-Jörg Blomeyer über Epheser 5,19.

Bibelvers

Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.

Epheser 5,19

„Herr, ich bin vor dir ein Sünder. Du aber bist meine Gerechtigkeit. Darum bin ich fröhlich und singe unerschrocken.“ Dieses Gebet Martin Luthers zeigt uns am heutigen Buß- und Bettag: Bekenne ich meine Schuld, kommt es zur Freude der Vergebung, die in den Lobgesang der Gnade Gottes mündet.

Das nimmt der Epheserbrief auf: „Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.“ Der Apostel Paulus schreibt dies den Christen seiner Zeit. Sicher können wir das aber auch heute als Aufforderung an uns verstehen.

Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern. Wie geht das vonstatten? Z.B. in einem Kirchenchor oder Posaunenchor. Sind Sie da mit dabei? Wirken Sie da mit? Dann tun Sie einen ganz wichtigen Dienst in Ihrem Umfeld.

Und wenn Sie die Gaben und Möglichkeit dazu haben, aber noch nicht einsetzen, lassen Sie sich dazu einladen. Es wird Sie selber aufbauen und froh machen. Und es bedeutet sehr viel für manche, besonders auch kranke Menschen. Als zum Beispiel ein Posaunenchor am Sonntagmorgen vor einem Krankenhaus christliche Lieder blies, hörte ich später ein dankbares Echo.

Auch für unsere Gottesdienste und Versammlungen als Christen gilt: Lieder und Musik sind nicht nur übliches Beiwerk. Wenn sie Gott und Jesus Christus im Blick haben, können sie entscheidende Glaubenshilfe vermitteln, können sie stärken und trösten.

Intensiv erlebten wir das einmal bei der Trauerfeier einer engen Freundin. Sie hatte die schlimme Krankheit A.L.S., die mit schmerzhaften Muskelkrämpfen zur Ganzkörperlähmung führte. Als bewusste Christin hatte sie ihre Trauerfeier noch zu guten Zeiten vorbereitet. Auch ihr Lieblingslied war angegeben: Die Gott lieben werden sein wie die Sonne. Als letzten Vers sangen wir dann bei der Trauerfeier: Noch verbirgt die Dunkelheit das Licht und noch sehen wir den Himmel nicht. Doch die Zeit der Schmerzen wird vergehen, und dann werden wir den Vater sehn. Das hat uns tief bewegt und getröstet.

Lieder wenden sich mit ihrem Text nicht nur an unser Verstehen, an unsern Kopf, sie sprechen durch ihre Melodie auch unser Herz und Gemüt an. Und mit der Melodie prägt sich ein Text noch viel tiefer ein als ohne sie.

Darum ist es so wichtig, wenn eine Mutter, ein Vater mit dem Kind nicht nur betet, sondern ein Glaubenslied singt. Das behält ein Kind oft ein Leben lang.

„Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.“ Bei älteren Menschen, ganz besonderes denen, die mit Vergesslichkeit und Demenz zu tun haben, ist es häufig das letzte Mittel, sie noch zu erreichen.

Neben dem gesprochenen Vaterunser und dem 23. Hirtenpsalm kann ein ihnen bekanntes Lied sie soweit aufwecken, dass sie, die sonst wenig mehr auf Anrede reagieren, auf einmal mitsingen. Probieren Sie es aus, wenn Sie jemand in solcher Lage zu begleiten haben. Ermuntern Sie ihn mit einem Lobgesang und geistlichem Lied.

Und nehmen Sie es selbst in Anspruch, vielleicht in einem Lobpreisgottesdienst. Oder, wenn Sie allein sind, über einen CD-Player.

Glaubenslieder haben stärkende Kraft. Darum: „Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.“


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.