/ Wort zum Tag

Mit Sanftmut und Respekt

Bernd Densky über 2. Korinther 6,4.7.

Bibelvers

Paulus schreibt: In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken.

2. Korinther 6,4.7

„Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche. Darum ist es für jeden Christen und jede Christin unverzichtbar, Gottes Wort zu verkünden und seinen/ihren Glauben in der Welt zu bezeugen.“ So beginnt die Präambel des Dokumentes „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“. Das Dokument – ein Verhaltenskodex für Missionare sozusagen – wurde 2011 von Repräsentanten der Weltweiten Evangelischen Allianz, des Ökumenischen Rates der Kirchen und von der römisch-katholischen Kirche unterzeichnet. Es repräsentiert also mindestens 80% der weltweiten Christenheit – in absoluten Zahlen fast zwei Milliarden Menschen. „Darum ist es für jeden Christen und jede Christin unverzichtbar, Gottes Wort zu verkünden und seinen/ihren Glauben in der Welt zu bezeugen.“

In der Ökumene in Deutschland und in vielen Missionswerken haben wir uns in den letzten Jahren unter dem Stichwort „Mission – Respekt“ viel mit diesem Dokument beschäftigt: Das Christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt. Das Bibelwort  ist auch so etwas wie ein Verhaltenskodex für Missionare und ich ziehe die Linie weiter – ein Verhaltenskodex für jede Christin und jeden Christen. Der Apostel Paulus schreibt im 2. Korintherbrief, Kapitel 6 in den Versen 4 und 7: „In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken.“

Nachdem Paulus skizziert hat, dass sich Christinnen und Christen oft gerade im Leiden als Diener und Dienerinnen Gottes erweisen – in Trübsal, in Nöten, in Ängsten (V4) – skizziert er nun positives Verhalten – besser – positive Seins-Weisen, wie sich Christinnen und Christen als Diener Gottes und das heißt als glaubwürdige Zeugen des Evangeliums von Jesus Christus erweisen. Christinnen und Christen erweisen sich als glaubwürdige Zeugen, indem sie das Wort der Wahrheit verkündigen. Im Dokument „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ heißt es dazu: „Für Christen/innen ist es ein Vorrecht und eine Freude, Rechenschaft über die Hoffnung abzulegen, die in ihnen ist, und dies mit Sanftmut und Respekt zu tun (vgl. 1. Petrus 3,15).“

Als Christen erweisen wir uns als glaubwürdige Zeugen, wo wir unser ganzes Vertrauen nicht auf unsere Kraft, sondern auf die Kraft Gottes setzen. Und schließlich erweisen wir uns als glaubwürdige Zeugen Jesu Christi, indem wir mit den Waffen der Gerechtigkeit kämpfen. Im Epheserbrief sind das Defensivwaffen: das Schild des Glaubens, der Panzer der Gerechtigkeit, der Helm des Heils. Allein das Schwert des Wortes Gottes ist auch eine Offensivwaffe.

Paulus fordert dazu heraus, sich als Diener Gottes und glaubwürdiger Zeuge Jesu Christi zu erweisen, indem wir aus der Freude des Glaubens heraus „Rechenschaft ablegen“ über die Hoffnung, die in uns ist „und das mit Sanftmut und Respekt.“

 


Kommentare

Von Dr. Lothar B. am .

Viele der Artikel von ERF sind ermunternd, erfrischend, tröstend und begleitend. Wenn ich aber am frühen Morgen lesen muß, daß gerade Paulus „skizziert“ hat bzw. haben soll, erscheint mir diese Interpretation mehr als verwegen daneben - das passt aber zum Zeitgeist.
Paulus hat mit hohem Einsatzund im besten Sinne mit Leidenschaft gekämpft, sich aber deutlich von Fanatismus abgegrenzt.
Ich wäre dankbar, wenn ich dieses neudeutsche Kirchendeutsch nicht noch mal lesen müßte. Paulus und Jesus mehr


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