/ Wort zum Tag

Klingeln erwünscht

Jochen Eber über Matthäus 7,7.

Bibelvers

Jesus spricht: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

Matthäus 7,7

Dreimal muss es Jesus sagen, aber jedes Mal meint er dasselbe: „Bittet – so wird euch gegeben. Sucht – so werdet ihr finden. Klopft an – so wird euch aufgetan.“

Wer zur Zeit von Jesus vor einer Tür stand und hat nicht angeklopft, dem konnte auch niemand öffnen. Heute wird an der Tür geklingelt, und da ist es ja genauso: Wer nicht läutet, dem kann niemand aufmachen.

Nur wer sucht, der wird finden. Dieses Bild hat sicher jeder vor Augen. Ich suche den Schlüsselbund und finde ihn nicht. Aber finden werde ich ihn nicht, wenn ich mich nicht vom Fleck bewege: Ich muss mich auf die Suche machen. Dann werde ich ihn finden.

So ist es auch mit dem Bitten, sagt Jesus: Nur wer bittet, wird etwas erhalten. Jesus fordert uns auf, dass wir Gott bitten sollen, wenn ein Anliegen unser Herz bewegt. Warum sollten wir es verweigern können?!

In den folgenden Versen erklärt Jesus den Bibelvers noch einmal ausführlicher: „Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. / Oder ist ein Mensch unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? / Oder der ihm, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? / Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!“

Ein Kind kommt zu seinem Vater oder zu seiner Mutter und will etwas essen. Dann werden ihm die Eltern doch etwas zu essen geben und nicht etwas, was man nicht essen kann! Wir sind im Glauben an Gott seine Kinder. Jesus vergleicht das Gebet zu Gott mit dem Kind, das hungrig zu seinem Vater, zu seiner Mutter läuft. Das Kind wird von ihnen bekommen, was es braucht. So sagt er mir, und er sagt Ihnen: Vertraue darauf, Gott als der himmlische Vater wird dir als seinem Kind das Richtige geben! Er wird dir geben, was du bittest, und er wird dir geben, was du brauchst.

Der Reformator Martin Luther hat den Bibelvers für heute auch ausgelegt. Er klagt, dass Gott unseren Glauben stark machen muss. Wir sind zu kleingläubig für das, was Gott verspricht. Luther schreibt: „Wer nichts kriegt noch findet, der hat gewiss nicht gebeten noch gesucht. Und wem nicht aufgetan wird, der hat freilich nicht angeklopft.“ „Das ist ja deutlich geredet, dass unser Bitten, Suchen, Anklopfen nicht umsonst sein soll. Sondern alles soll gewiss und eitel ,Ja‘ sein. Oh, wer das glauben könnte, und in solchem Glauben beten könnte! Wie selig wäre der Mensch, mit dem sich Gott selbst so verbindet, dass er dessen Gebet hören will und tun, was er bittet. Oh Herr, hilf unserem Unglauben!“

So sollen wir Gott andauernd mit Gebeten in den Ohren liegen und nicht von ihm lassen. Er befiehlt uns ebenso dringend: Bittet, sucht, klopft an. Wenn wir beten, dann können wir gewiss sein: Er erhört, was uns bewegt. Wir können ihm nicht vorschreiben, wie er antworten soll. Aber er wird antworten und handeln, wie es für ihn richtig und für uns gut ist.

 


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