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Vertragsangebot

Hannah Thielmann über Sacharja 1,3

Bibelvers

Kehrt um zu mir, spricht der HERR Zebaoth, so will ich zu euch umkehren.

Sacharja 1,3

Es gibt viele verschiedene Verträge für die unterschiedlichsten Anlässe: Kaufverträge, Eheverträge und Versicherungsverträge oder Mietverträge und Friedensverträge. Sie alle werden zwischen zwei Parteien geschlossen und beinhalten klare Regeln für ein Miteinander zwischen Menschen, Ländern und Nationen. Dabei haben die Verträge eines gemeinsam: Hält sich einer der Vertragspartner nicht an den Vertrag, ist auch der andere Partner von den Regeln und Pflichten entbunden. Dann gilt der Vertrag als aufgelöst. Eventuell droht für die Partei, die den Vertrag bricht, sogar eine Strafe.

Auch zwischen Gott und den Menschen gibt es eine Art Vertrag, der in der Bibel „Bund“ genannt wird. Dabei handelt es sich nicht um einen Vertrag, mit dem der eine Vertragspartner den anderen Partner an Regeln bindet und so zu seinem Recht kommt. Viel mehr ist der Bund ein Geschenk von Gott. Durch den Bund geht Gott auf die Menschen zu und macht ihnen ein Angebot. Er verspricht: „Wenn ihr euch an meine Regeln haltet, dann wird es euch gutgehen. Ihr könnt euch auf mich verlassen, ich kümmere mich um euch und gebe euch nur das Beste. Was ich dafür möchte? Euch. Eure Zeit, eure Sorgen, eure Aufmerksamkeit. Ich möchte also eine Beziehung zu euch haben.“ Im Alten Testament galt dieser Bund nur für Gottes auserwähltes Volk Israel. Im Neuen Testament wird dann jedoch die Geschichte erzählt, wie Gott diesen Bund durch seinen Sohn Jesus Christus für alle Menschen erneuert hat – auch für mich.

Aber obwohl es dieses ausgezeichnete Angebot von Gott gibt, ist die Bibel voll von Geschichten, die erzählen, wie die Menschen den Bund mit Gott immer wieder gebrochen haben. Im Alten Testament wird zum Beispiel davon berichtet, wie das Volk Israel angefangen hat, sich nicht mehr um Gottes Willen zu kümmern und stattdessen andere Götter anzubeten. Und auch ich breche den Vertrag mit Gott immer wieder. Das geschieht zum Beispiel, wenn ich mal wieder in meinem Alltagsstress versinke und mich so gar nicht darum kümmere, was sich Gott für mein Leben vorstellt. Dann komme ich nicht mehr mit Gott ins Gespräch. Ich bete dann nicht mehr und frage nicht mehr nach, was er eigentlich gerade von meiner Situation hält. Und dann geht meine Beziehung zu ihm kaputt – denn zu einer guten Beziehung gehört das Gespräch, der Austausch. Und dann breche ich mal wieder den Bund, den Gott mir geschenkt hat. Nach menschlichen Maßstäben falle ich also aus dem Vertrag heraus. Die logische Konsequenz wäre, dass dann auch Gott nicht mehr an sein Versprechen gebunden ist, weil ich den Vertrag gebrochen habe. Gott hat allerdings andere Vorstellungen von seinem Bund mit den Menschen. Im Buch Sacharja in Kapitel 1 in Vers 3 heißt es: „Kehrt um zu mir, spricht der Herr Zebaoth, so will ich zu euch umkehren.“ Damit stellt Gott alles auf den Kopf. Er verspricht, dass er sich an den Vertrag hält, wenn die Menschen – wenn ich wieder zu ihm zurückkehre. Das heißt: Obwohl ich mich nicht an den Bund, also den Vertrag, zwischen Gott und mir gehalten habe, hält sich Gott weiterhin an seine Zusage. Er bleibt seinem Versprechen treu, obwohl er nach menschlichen Regeln dazu nicht mehr verpflichtet wäre. Das einzige, das Gott fordert, ist, dass ich wieder zu ihm umkehre. Das bedeutet vielleicht, dass ich mich bei Gott für einige Fehler entschuldige, die ich gemacht habe. Das bedeutet aber in erster Linie, dass ich wieder in eine Beziehung mit ihm starte. Das Beste dabei ist, dass ich anders als bei den menschlichen Verträgen nicht von Gott verurteilt werde, dass ich den Vertrag gebrochen habe. Ich habe keine Strafe zu befürchten. Ich kann bedingungslos umkehren.

Konkret kann eine Rückkehr zu Gottes Bund zum Beispiel so aussehen, dass ich Gott im Gebet alles erzähle. Dass ich Zeit mit ihm verbringe und ihn in meinen Alltag einbinde. Das gibt mir Halt. Denn dann habe ich eine feste Beziehung zu jemandem, auf den ich mich zu 100% verlassen kann. – Egal wie stürmisch es gerade um mich herum ist. Gott ist nämlich immer treu. Sein Vertrag, meine Beziehung zu ihm, gilt – anders als die menschlichen Verträge – in jedem Augenblick und zu jedem Anlass.

 


Kommentare

Von Sabine am .

Ihre Worte haben mir sehr sehr gut getan!!!!! Vielen Dank dafür!!!!!

Von Martin F. am .

Hallo Frau Thielmannn,
vielen Dank für Ihren Beitrag, dem ich von seiner Aussage voll zustimme. Ihre Annahme, dass z.B ein zivilrechtlicher Vertrag nicht mehr verbindlich sei, wenn einer der Partner dagegen verstösst, ist juristisch falsch. Es gilt vielmehr der aus dem römischen Recht stammende Grundsatz:"pacta sunt servanda"(Verträge müssen gehalten werden). Das heißt ein Vertrag gilt grundsätzlich weiter, auch wenn einer der Partner dagegen verstösst. Nur in Ausnahmefällen kann er aufgelöst mehr

Von Ralf B. am .

Liebe Hannah!
Ganz herzliche Grüße von der Familie Bardutzky...(wir haben uns mal auf einem WillowKongress in Wetzlar kennengelernt). Wie schön, Dich hier auf ERF zu hören!


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