/ Wort zum Tag

Was ist Glauben?

Werner Karch über Hebräer 11,3.

Bibelvers

Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.

Hebräer 11,3

„Glauben heißt, nicht wissen!“ Kennen Sie diesen Satz? Ich habe ihn in der Schule oft gehört. Als Schüler, der nicht immer alles gleich verstand, weil er etwas langsam war, sagte ich auf Nachfrage des Lehrers: „ Ich glaube, dass das so und so ist“. „Glauben heißt, nicht wissen!“ bekam ich zur Antwort.

Die Bibel, das am meisten verbreitete Buch auf der Welt, spricht oft vom Glauben. Hier ein Beispiel aus einer Schrift der Bibel über die Entstehung der Welt. Ein Brief an die Hebräer erklärte den komplizierten Sachverhalt mit einem Satz: „Aufgrund des Glaubens verstehen wir, dass die Welt durch Gottes Befehl entstand, dass das Sichtbare aus dem Unsichtbaren kam.“

Die Menschen bemühen sich seit ewigen Zeiten, die Entstehung der Welt zu erforschen, zu erklären und zu verstehen. Teilweise gelingt das, zum großen Teil nicht. Aber: So einfach kann es doch wiederum auch nicht sein, das sagt uns der sogenannte gesunde Menschenverstand.

Auf der anderen Seite heißt es ja nicht: „Wir verstehen, wie die Welt entstanden ist“. Es heißt: Durch den Glauben verstehen wir, dass Gott die Welt aus Unsichtbarem zum Sichtbaren geschaffen hat. Auch nicht einfacher. Durch den Glauben verstehen – ist das nicht naiv? Einfache Antworten auf komplizierte Fragen und damit gut?

Glauben und Vertrauen sind Eigenschaften von uns Menschen, die es uns ermöglichen zu erkennen, ob etwas wahr oder unwahr ist. Ist es wahr, dass ich gefahrlos in ein Flugzeug steigen kann? Ist es wahr, wenn mein Ehepartner mir versichert, dass er absolut treu ist? Dass er mich liebt? Ist es wahr, was mir die Medien jeden Tag neu erzählen? Jeder weiß: Unter uns Menschen ist nicht immer alles wahr, was für wahr erklärt wird. Unser Vertrauen hat Grenzen. Der Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ kommt nicht von ungefähr.

Kann ich Gott glauben, um bei unserem Thema zu bleiben, dass er die Welt geschaffen hat? Vom für uns Unsichtbaren bis zum für uns Sichtbaren? Da gibt es jede Menge Zweifel,  meine ich. Es kann zwar niemand das Gegenteil beweisen. Aber daran zweifeln, dass Gott eine bewohnte und geordnete Welt geschaffen hat, kann ich allemal.

Warum? Ich war nicht dabei. Ich kann nur davon lesen. Das überzeugt meinen Verstand einfach nicht. Warum glaube ich den Sicherheitsbeteuerungen der Fluggesellschaft, den Berichten der Medien oft mehr als dem, was Gott sagt. Gott hat ja auch geredet. Die Bibel ist voll von Gottes eigenen Aussagen, wer er ist, was er tut und wie er zu mir als Mensch eingestellt ist. Ja, Gott geht sogar so weit, dass er sagt: „Wenn du mir glaubst, kannst du manches verstehen, was ich sage und tue.“ Vertrauen ist das Schlüsselwort. Er fordert mich heraus, mich zu entscheiden: „Vertraust du, was ich gesagt habe, was Menschen über mich niedergeschrieben haben, oder vertraust du nicht?“

Die Frage bleibt bei mir, in jedem Falle. Ob bei der Fluggesellschaft, der ich vertrauen soll, ob bei den Medien, denen ich vertrauen soll oder dem Ehepartner – ich bin gefordert. Ich muss mich entscheiden. Ich muss für mich prüfen und klären, ob mein Gegenüber vertrauenswürdig ist oder nicht. Ob ich Vertrauen will oder nicht. Ob ich mein Vertrauen schenken will. Eine bittere Wahrheit ist: Wenn ich nicht vertrauen kann, kann ich nicht existieren. Vertrauen ist lebensnotwendig, sonst ist mein Leben nichts mehr wert.

Wie kann ich vertrauen? Es gibt kein Rezept. Die Antwort kann nur lauten: Probieren Sie es aus! Mit allen Risiken. Probieren Sie es aus, mit der Chance viel zu gewinnen oder enttäuscht zu werden. Anders können Sie die Richtigkeit und Wahrheit nicht erkennen. Es muss sich beweisen. Ich muss es erfahren. Es muss nicht immer die Not mein Vertrauen zu Gott fördern. Ich kann durchaus auch so die Wahrheit erkennen.

 


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