/ Wort zum Tag

Gottes „Whistleblower“

Lothar Rapp über Jesaja 48,6

Bibelvers

Gott spricht: Von nun an lasse ich dich Neues hören und Verborgenes, das du nicht wusstest.

Jesaja 48,6

Über Whistleblower kann man ja denken, wie man möchte! Wer etwas zu verheimlichen hat, bezeichnet sie schnell abschätzig als „Verräter“. Die, die so an verborgene Informationen gelangen, die Einblick in Intrigen und in die Machenschaften der Mächtigen bekommen, nennen sie selbstverständlich Helden. Auch Gott ist im besten Sinne des Wortes ein Whistleblower. Gott verspricht seinem Volk Israel: Von nun an lasse ich dich Neues hören und Verborgenes, das du nicht wusstest.

Die Prophezeiungen, die Gott seinem Volk im Vorab gab, gingen in Erfüllung. Aber statt im Handeln Gottes seine Souveränität und Treue zu entdecken, sprach sein Volk von „Zufall“ oder sah sie gar als Folge ihres Aberglaubens an.

Die gewünschte Wirkung, der Respekt gegenüber Gott, trat nicht ein. Gerade das Buch Jesaja, wie auch das Buch Daniel, ist voll von solchen gewaltigen und tiefgreifenden Vorhersagen Gottes. Aber statt Umkehr verstärkte sich nur noch die Abkehr des Volkes Israels gegenüber Gottes Leitung.

So beschloss Gott ein neues Kapitel seines Wirkens aufzuschlagen. Etwas vollkommen Neues, ja Unvorhersehbares wird geschehen. Auch wenn das hier nicht so deutlich ausgeführt wird, so erkennen wir heute, was Gott damit gemeint hat.

Es geht um die Menschwerdung des ewigen Gottes in Jesus Christus, seinem Sohn. Obwohl es Dutzende von kleineren und größeren Puzzleteilen im Alten Testament gab, die das Kommen, Wirken, Sterben und Auferstehen Jesu vorhersagten, sehen wir heute das fast fertige Bild. Dass der lebendige und heilige Gott Mensch wird, ist einmalig und faszinierend. Gott tritt aus dem Schatten seiner Verborgenheit, die Mose und Elia nur von hinten betrachten konnten, ins Rampenlicht. Er betritt die Bühne dieser Welt. Er gibt sich selbst zu erkennen. In Jesus zeigt sich die ganze Erhabenheit Gottes.

Wo ein Mensch ehrlich vor Gott bittet, ihm zu begegnen, da beginnt dieses Verborgene und Neue sein Leben zu bestimmen. Dass sich Gott heute noch im Leben von Christen und nach Wahrheit fragenden Menschen offenbart, dass durch das Lesen der Bibel, dem Reden und Hören auf Gott Neues geschieht, dass sich Gottes Verheißung vor unseren Augen erfüllen, zeigt, wie Gott nichts von seiner Allmacht und Rettungsabsicht verloren hat.

Gerade in Hauskreisen und Kleingruppen erlebe ich viel von dem, was Gott in und durch Menschen tut. Wo plötzlich am Glauben interessierten Menschen ganze Kronleuchter aufgehen. Wo sie unvermittelt Zusammenhänge erkennen und ihr Handeln und Denken im Licht Gottes verstehen.

Das ist das große Wunder und die Faszination des christlichen Glaubens, dass durch den Heiligen Geist Gott auch noch heute Menschen und Situationen verändert. Dass  diese uralten Geschichten plötzlich so persönlich und aktuell für einen werden.

In den nunmehr 35 Jahren, in denen ich Christ bin, habe ich gemerkt, wie auf diese Geschichten auch nichtkirchliche Menschen warten. Wenn ich anfange von meinen ehrlichen Entdeckungen zu berichten, horchen manche auf.

Ich erinnere mich, als wir im Jugendkreis über „meine Identität in Jesus“ sprachen, wie durch Worte aus Psalm 139 und Jesaja 41  „harte Jungs“ plötzlich ganz offen für Jesus wurden. Wo ich selbst staunte und sich Dinge in meinem Leben verändert haben, spüren fragende Menschen das Neue und Verborgene, das Gott selbst ans Licht gebracht hat. Ich wünsche Ihnen heute, dass Sie sich mit großer Neugier Gottes Whistleblower, dem Heiligen Geist, öffnen, damit er ihnen durch Gottes Wort Neues und bisher Verborgenes offenbaren kann.


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