/ Wort zum Tag

Hochkonjunktur Sorgen

Eckhard Schaefer über Lukas 21,14-15

Bibelvers

So nehmt nun zu Herzen, dass ihr euch nicht sorgt, wie ihr euch verteidigen sollt. Denn ich will euch Mund und Weisheit geben.

Lukas 21,14–15

Sich Sorgen zu machen, ist eine sehr anstrengende und zutiefst sinnlose Tätigkeit. Und doch haben Sorgen Hochkonjunktur. Leider - aber wahr. Leider, weil Sorgen krank machen. Wahr, weil wir vielen offenen Fragen mit ängstlichen Gefühlen begegnen und nicht mit klarem Nachdenken. Die meisten Sorgen  beziehen sich nämlich auf Eventualitäten, die aller Wahrscheinlichkeit nach theoretisch zwar denkbar sind, aber überhaupt nie eintreten werden.  Sorgen, die aus unserem Inneren kommen. Was mag uns und unseren Angehörigen noch so alles passieren? Werden wir gesund bleiben? Wird die Rente reichen? Und wer kümmert sich um uns im Alter? Andere Sorgen treffen von außen auf uns.  Nach einer  Meinungsumfrage befürchten viele Mitbürger, dass sich die Kriegsschauplätze dieser Welt auch zu uns verlagern könnten. Nachdem an einem Urlaubsort Terroristen gewütet hatten, sagten mir Leute, dass sie sich Sorgen machen, wenn sie an ihren nächsten Ostseeurlaub denken. Manche befürchten Überfremdung durch andere Religionen und Kulturen. Und ich kenne Mitchristen, die Berichte von  Christenverfolgungen in vielen anderen Ländern lesen und sich sorgenvoll fragen: Stehen auch uns Verfolgungen bevor? Wie verhalte ich mich dann? Ist mein Glaube stark genug?

Jesus weiß, was auf uns zukommt und was so alles durch unseren Kopf und durch unser Herz geht. Er sagt im Lukasevangelium, Kapitel 21, in den Versen 14.15:

"So nehmt nun zu Herzen, dass ihr euch nicht sorgt, wie ihr euch verteidigen sollt. Denn ich will euch Mund und Weisheit geben, der alle eure Widersacher nicht widerstehen noch widersprechen können.“

Diese Zusage macht Jesus in einer Rede, in der er von einer durch Kriege, Naturkatastrophen und Verfolgungen  geschüttelten Welt spricht. In der Geschichte der verfolgten Gemeinde gibt es bis heute viele eindeutige Beweise, dass Jesus zu seinem Wort steht. Von Stephanus wird gesagt, dass seine Ankläger der Weisheit und dem Geist nicht widerstehen konnten, als er  verhört wurde (Apg. 6,10).  Ein Freund von mir fuhr einen Hilfstransport nach Russland. Auf einem Parkplatz wurde er von der Mafia überfallen. Ein Mafiosi hielt eine Pistole an seine Stirn und forderte ihn auf, die Hilfsgüter auszuhändigen. Ich bekam einen großen Schreck, als er mir das erzählte und fragte ihn, wie er sich in dieser bedrohlichen Situation verhalten hat. Er sagte: „Ich hörte mich sagen ‚Wenn du jetzt schießt, komme ich in den Himmel und du in die Hölle.‘ Diesen Satz habe ich mir nicht zurecht gelegt.“ Erschreckt lief der Übeltäter davon. Wie wahr: Sorget nicht, was ihr sagen sollt.

Luther schrieb an Melanchthon: „Ich bin ein Feind jener Sorgen, die einem das Herz aus dem Leibe reißen.  Warum soll man Gott zum Lügner machen, indem man nicht an seine  wunderbaren Verheißungen glaubt, wenn er uns auffordert,  guten Mutes zu sein und alle Sorgen auf ihn zu werfen? Was kann der Teufel mehr tun, als uns zu töten?... Warum also sorgen, da ER am Steuer sitzt?... Der uns ein Vater gewesen ist, wird auch unseren Kindern ein Vater sein… Was mich betrifft, so lasse ich mir über derartige Dinge keine grauen Haare wachsen.“

Wenn das Schlimmste, was uns geschehen kann, verknüpft ist mit der Zusage: „Sorget nicht. Kein Haar auf eurem Haupt soll gekrümmt werden“ (Vers 18), dann gilt das erst recht für alle anderen Lebenssituationen.


Kommentare

Von Kristian E. am .

Danke, danke sehr für Ihre Ermutigung. Zusammen mit der anderen heutigen Predigt aus dem Leben Jeremias, hilft es mir, nochmal daran erinnert zu werden, dass Gott uns die Worte im dem Moment gibt, wann wir sie am dringendsten benötigen.

Von Pfr.i.R Dietrich T. am .

Lieber Bruder Schaefer. Ihr norddeutsche Sprache ist für mich schon mal eine Freude. Dann ist auch das was Sie sagen sehr einleuchtend und sehr hilfreich.
Besonders die Luther Zitate sind wieder hilfreich und ermutigend. Ich denke dass wir in Deutschland auch
einer weiteren Bedrängnis wegen unserem christlichen Glauben entgegen gehen. Allein schon die Familienpolitik unserer Regierung und die Verharmlosung des Islam führt zu schwierigen Konsequenzen. Das 1. Gebot wird leider auch in den
christlichen Kirchen nie genug betont.

Von Sabine T. am .

Ich habe mich in Ihrer Beschreibung der Sorgen leider wiedergefunden und möchte lernen, Jesus mehr zu glauben und zu vertrauen! Danke für Ihre guten Worte!


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