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Trainingsfeld

Matthias Rapsch über Johannes 15,16.

Bibelvers

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt.

Johannes 15,16

Wer hätte das gedacht. So ging es mir durch den Kopf, als mich unser damaliger Direktor fragte, ob ich für unsere Schule bei überregionalen Leichtathletikwettkämpfen  im 1000 m- Lauf antreten wolle. Mich hatte man ausgewählt unter fast 1000 Schülern. Selbst wäre ich auf diese Idee nicht gekommen. Jetzt hieß es bis zum großen Wettkampf: trainieren, trainieren und wieder trainieren. Denn schließlich wollte ich unsere Schule nicht blamieren.

Jesus spricht mit seinen Jüngern über seinen Abschied. Er wird einen schweren und leidensvollen Weg bis hinauf ans Kreuz auf Golgatha gehen. In den sogenannten Abschiedsreden im Johannesevangelium gibt Jesus seinen Leuten wichtige und ermutigende Dinge mit auf den Weg. Er bereitet sie darauf vor, dass auch sie ein Stück von dem Leid und Hass der Welt abkriegen werden.  Wenn er verraten, verlacht, verspottet, geschlagen und schließlich getötet wird, dann werden seine Jünger ängstlich, zweifelnd und traurig sein.  Dann werden auch ihre eigenen Vorstellungen und ihr Glaube ins Wanken geraten. Was kann ihnen in solchen Lebenslagen helfen und stärken? Jesus spricht seine Jünger hier nicht als Knechte, sondern als seine Freunde an. Und er als ihr größter Freund wird sein Leben für sie lassen.  Mittendrin steht felsenfest seine Zusage,  Johannesevangelium, Kapitel 15,16 : „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt.“ Egal, wie es in euch aussehen wird, welche Zweifel euch beschleichen, welche Ängste euch die Luft nehmen. Ich stehe zu euch. Sagt Jesus und fährt fort: Ich habe euch schon immer voller Liebe angesehen. Ich bin euch begegnet und habe mein Leben mit euch geteilt. Ich habe Glauben und Vertrauen in euch geweckt und entzündet. Ihr gehört zu mir, zu meiner Auswahlmannschaft.

Unser Glaube liegt eben nicht in unserer Kraft und Ausdauer, sondern in seiner Treue und Liebe. Er hat schon an uns geglaubt, als wir selbst noch zweifelnd und ohne Vertrauen und Glauben waren. Jesus ist uns immer einen Schritt voraus. Ich weiß nicht, in welcher Situation Sie gerade stecken. Vielleicht ist Ihr Glaube auch so wie bei den Jüngern auf Sparflamme, mehr so ein glimmender Docht als eine lodernde helle Flamme?  Vielleicht zweifeln Sie zur Zeit daran, ob Sie sich das mit Gott und Jesus alles nur einbilden, weil Sie so wenig im Alltag und in der Gemeinde von seiner Kraft spüren?  Vielleicht bedroht Krankheit oder anderes Leid Ihr Leben? All das kann uns müde und matt machen. Was bleibt, wenn nichts mehr so bleibt, wie es ist?  Jesus und seine Zusage: Ich bleibe bei euch mit meiner Gegenwart und meinem Versprechen. Ich werde Früchte wachsen und reifen lassen, die bleiben. Euer Leben hat einen Sinn, wenn es in Verbindung mit mir ist und bleibt. Jesus sagt es seinen Jüngern und auch uns zu. Nichts ist umsonst, was ihr in meinem Namen tut. Und die Mehrzahl in der Anrede weist darauf hin, dass es dann gerade auch die Gemeinschaft der Schwestern und Brüder, der anderen Christen ist, die uns stärkt. Wer in Jesu Kraftfeld der Liebe bleibt, der bleibt auch in der Gemeinschaft. Wenn ich nicht mehr kann, dann sind andere da, die mit mir reden, beten und mich segnen. Wenn ich zur Zeit an allem zweifle, dann muss ich nicht verzweifeln, weil andere mich tragen. Trotz aller Zweifel und aller Anfechtung gilt die felsenfeste Zusage und Treue Jesu für Sie:  Er hat uns von langer Hand erwählt und nichts und niemand kann uns aus seiner Hand reißen. Darauf dürfen Sie sich auch heute mit Ihrem ganzen Leben stellen und gründen.

 


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