/ Wort zum Tag

Jeder hat sein Päckchen zu tragen

Klaudia Wolf über Hebräer 1,3.

Bibelvers

Er trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort.

Hebräer 1,3

„Jeder hat so sein Päckchen zu tragen“ ist eine Aussage, die gerne von Menschen getroffen wird, wenn sie über Krankheiten, unerwartet schreckliche Ereignisse, Macht, Streit, aber auch über Zwischenmenschliches ins Gespräch kommen. Damit soll „Jeder“ beruhigt werden, denn unabhängig von dem Ausmaß des Päckchens trifft es anscheinend jeden Menschen. Da ist keiner von ausgenommen. Wenn Menschen Unangenehmes, Schwieriges tragen, opfern sie Zeit, erleben Anstrengungen, Auseinandersetzungen, Leid, Frustrationen, Enttäuschungen. In einem Bild ausgedrückt gehen solche Menschen oft mit hängendem Kopf, eingezogenen Schultern und mit frustriertem Gesicht, das kein Lächeln mehr kennt, durch ihre Welt. Schwere und Hoffnungslosigkeit sind greifbar.

Wenn ich mir nun ein Bild von einem Bibelvers mache, so steht es im Gegensatz zu dem ersten Bild. Denn in der Botschaft aus Hebräer 1,3: „Er trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort“ klingen andere Vokabeln mit: Leichtigkeit und Hoffnung. Ein aufrechter Gang mit dem Blick nach vorn und auch das Lächeln scheint selbstverständlich zu sein. Zugegeben, es klingt ein bisschen heldenhaft und dennoch scheinen diese Vorstellung ein Ziel und ein Ausdruck menschlicher Zufriedenheit zu sein. Doch stopp, wer ist ER? Von Jesus ist die Rede. „Jesus trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort.“

Und was bewegt Jesus zu dieser ganz anderen Haltung? Jesus Christus ist der Sohn Gottes. Gott spricht in Jesus zu uns Menschen. Gott zeigt in seinem Sohn der Welt endgültig und eindeutig: er will der Welt Gutes und wird sie erlösen. Dieses Ziel hat der Schreiber des Hebräerbriefes vor Augen, wenn er schreibt: „Jesus ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe“ (kompletter Vers 3). In meinen Augen ist das das stärkste Bild: Christus stellt die Herrlichkeit Gottes bei uns und für uns dar. Wie liebevoll er redet und handelt, so ist Gott. Er sagt an anderer Stelle über sich und Gott: Wer mich sieht, der sieht den Vater.

Außerdem wird dem Leser des Hebräerbriefes klar, Jesus trägt die Welt mit seinem kräftigen Wort. Dieses Wort hat Kraft und Macht. Durch dieses Wort ist die Welt entstanden, denn Jesus war an der Erschaffung der Welt beteiligt. Mit diesem Wort hat Jesus die Vollmacht den Teufel in die Schranken zu weisen, ebenso wie er die Vollmacht hat, den Menschen ihre Sünden zu vergeben.

Darum will Jesus in seiner Liebe den Menschen mit ihren schweren Päckchen helfen: In Krankheiten und Nöten will er sie tragen. Von anderen Schwierigkeiten und Schuld will er jeden Menschen befreien. Die Voraussetzung dafür liegt im Erkennen und Bekennen der Schuld, der Sünde. Vielleicht ist das für den einen oder anderen Menschen ein Knackpunkt. Wer jedoch den Kreuzestod Jesu annimmt, für den hat Jesus „die Reinigung von den Sünden vollbracht.“ Einfach ausgedrückt, Jesus hat durch seine Selbsthingabe am Kreuz die Sünde eines jeden Menschen getragen. Der Weg zu Gott, dem Vater ist frei.


Kommentare

Von Dietrich T. am .

Danke für diese gute Andacht. Man spürt die totale innere Verbindung zu Jesus. Die Christologie stimmt! ❤


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