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Zukunftsmusik oder Gegenwartsklänge?

Christa Weik über Jesaja 25,9.

Bibelvers

Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.

Jesaja 25,9

Wer in unseren Tagen den Begriff „Zukunftsmusik“ verwendet, meint meist etwas, das als unvorstellbar angesehen wird, dessen Verwirklichung in ferner Zukunft liegt. Wie Zukunftsmusik klingt der Bibelvers des Propheten Jesaja aus Kapitel 25,9b: „Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.“ Das Volk Israel befand sich in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts vor Christus in einer gefährlichen Lage. Es lebte in der Untreue gegen Gott und sein Wort, und es war von mächtigen Feinden umgeben: den Assyrern, den Ägyptern und den Babyloniern. Gott rief sein Volk durch die Propheten zur Reue und Umkehr, zur Treue ihm gegenüber auf – doch vergeblich! Das Nordreich Israel musste 722 vor Christus in die assyrische Gefangenschaft ziehen; etwas später, von 606 – 586 vor Christus, erlebte das Südreich Juda Gottes Gericht: In mehreren Etappen wurde es in die Gefangenschaft nach Babylonien weggeführt. Jesaja hatte im Auftrag Gottes das Gericht über Israel und über die Völker angekündigt, aber auch deutlich von Gottes Gnade gesprochen.  Vers 9 vollständig: „Zu der Zeit wird man sagen: „Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.“

Zu der Zeit – von welcher Zeit sprach Jesaja? Wir finden den Hinweis auf Gottes neue Welt, die er einmal in der Zukunft schaffen wird. Wir lesen davon in den letzten beiden Kapiteln der Offenbarung des Jüngers Johannes .

Mitten im Chaos seiner Zeit sprach Jesaja vom Eingreifen Gottes, mit dem das Volk rechnen sollte: „Das ist unser Herr, auf den wir hofften.“ Mitten in der Untergangsstimmung ertönten seine Worte vom Heil, vom Heilwerden, vom Grund zum Jubel und zur Freude (V. 9c). Welche unvorstellbare Zukunftsmusik!?

Doch in mehrfacher Weise sollte sie zu Gegenwartsklängen werden:

*Erstens: Ein Rest des Volkes kehrte nach siebzig Jahren der Gefangenschaft im Jahr 536 vor Christus in seine Heimat zurück.

*Zweitens: Das angekündigte Heil beschrieb Jesaja mehrfach, besonders in Kapitel 53, als eine Person, als den wahren Gottesknecht , der eines Tages kommen würde. Die Ankündigungen erfüllten sich in Jesus Christus, dem Sohn Gottes, der als Mensch auf die Erde kam. Er ist das Heil, der Heiland, der sein Volk rettet von Sünden, der der Grund großer Freude ist.

*Drittens: Seit 1948 hat Israel wieder seinen eigenen Staat in seinem Land.

*Viertens: Auf das zukünftige, weltweite Friedensreich und auf den neuen Himmel und die neue Erde warten wir noch.

*Fünftens: Bis dahin darf jeder, der dem Herrn Jesus und seinem Wort vertraut, darum bitten: „Lass die Worte des Jesaja zu Gegenwartsklängen für MICH HEUTE werden. Ich bringe dir meine chaotische Lage, meine Schuld. Zeige dich mir als der HERR, der stärker ist als alle anderen Mächte. Hilf mir, mit dir zu rechnen, auf dich zu hoffen – auch wenn meine Gegenwart so ganz anders aussieht. Rette mich in meinem Elend, mach mich wieder heil, weil du mein Heiland bist. So will ich, zusammen mit anderen Christen, über dich jubeln und mich freuen. Du gibst mir allen Grund dazu. Danke! Amen!“

Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen



Kommentare

Von Mario R. am .

Moin,
erst einmal vielen Dank für die Mühen! Jeden Morgen lädt sich der Podcast und ich kann den Gedanken auf dem Weg zur Arbeit oder so lauschen und nachsinnen. Jetzt in der s-Bahn habe ich bal nach einer Kommentar stelle gesucht ...
Ist es nicht kritisch, wenn in der Aufzählung nur die guten Sachen gelistet werden? 536 wieder zurück nach 70 Jahren, 1948 wieder ein Staat ... und dazwischen??


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