/ Wort zum Tag

Anders beten

Lothar Eisele über Matthäus 6,10.

Bibelvers

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Matthäus 6,10

Je älter ich werde, desto wichtiger ist es für mich, dass ich mir Zeit nehme zum Beten. Es tut einfach gut, mehrmals am Tag kurz innezuhalten, durchzuatmen, mich darauf zu besinnen, dass Gott jetzt da ist und mich hört. Gebet schafft Abstand zu den vielen kleinen und großen Problemen des Alltags und bringt sie mit dem lebendigen Gott in Verbindung.

Aber in letzter Zeit wird mir immer bewusster, dass viele meiner Gebete um mich und meine kleinen oder größeren Probleme kreisen. Z. B.:

Lieber Vater, Du weißt, dass ich gerade viel Arbeit habe. Gib mir Kraft, dass ich alles schaffe.

Lieber Vater, du kennst die Konflikte, die mir gerade zu schaffen machen. Gib doch bitte schnell eine Lösung.

Lieber Vater, Du kennst die Freunde von mir, die krank sind. Mach sie doch bitte ganz schnell gesund.

Ich ertappe mich dabei: In meinen Gebeten geht es oft um mich, um meine kleine Welt, um die Probleme, dich mich umtreiben. Und ich bitte Gott, dass er für mich zum Problemlöser wird – und wenn irgend möglich, sollen sich die Probleme doch bitte    s c h n e l l    lösen.

Ich instrumentalisiere Gott gewissermaßen als Problemlöser für mich und die Menschen, mit denen ich verbunden bin.

Jesus ist da ganz anders. Er lehrt seine Jünger das Beten. Er lehrt sie das Vater unser. Schon die Anrede macht deutlich: Gebet bedeutet in die Gegenwart Gottes treten, des Vaters, der seine Kinder liebt und dem sie wichtig sind. Das ist schon einmal das Wichtigste: Es geht beim Gebet nicht um mich und meine Probleme. Es geht um Gott, den Vater, um die Begegnung mit ihm. Und genau in dieser Spur betet Jesus weiter. Dreimal kommt das Wort Dein. Mit Dein ist Gott, der Vater, gemeint. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme und schließlich: Dein Wille geschehe. „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“

Es geht also darum, dass ich innehalte und ihn bitte: Zeige mir Deinen Willen. Zeige mir, was Dir wichtig ist. Zeige mir, welche Anliegen zu hast für mich, für die Menschen mit denen ich verbunden bin. Deine Anliegen für unsere Gemeinde, unsere Stadt unser Land.

Und dann geht es um ein intensives Hinhören und Studieren der Heiligen Schrift. Vater, was ist Dir wichtig? Was ist Dein Wille? Was sind Deine Anliegen?

Wenn ich mir Zeit nehme, so zu beten, dann lenkt Gott oftmals mein Aufmerksamkeit auf seine Anliegen. Dann werde ich erinnert an den Kranken, der vielleicht schon lange auf einen Besuch wartet. Dann erinnere ich mich an den Schüler, der im Unterricht so desinteressiert wirkte und mit seinen Gedanken ganz  woanders war. Dann werde ich erinnert an den alten Mann, dessen Frau vor einigen Jahren gestorben ist und der einsam vor sich hin lebt.

Im stillen Gebet erkenne ich  Gottes guten Willen und werde daran erinnert, dass Gott diese Menschen liebt und dass er mich ermutigt, sie zu besuchen.

Dein Wille geschehe. Dieses Gebet möchte ich noch viel intensiver beten und dann still werden und genau hinhören, was Gott mir sagen möchte.

 

 


Kommentare

Von Martin K. am .

Hallo. Ich bin schon seit vielen Jahren Christ und habe in vielen Gemeinden und Jugendkreisen Andachten, Bibelarbeiten und Predigten gehalten, viele Jugendliche auf ihrem Glaubensweg begleitet. Vor einigen Jahren erlitt ich einen MEGA-Schlaganfall, bin jetzt halbseitig gelähmt und sitze seitdem im Rollstuhl. Und als ob das nicht schon genug wäre, habe ich nach 31 Ehejahren meine geliebte Frau an den Krebs verloren. Deshalb kann ich alle Bedenken, Zweifel und alle Kritik an Gott sehr gut mehr

Von J.M. am .

Lieber Herr N.
Ihre Worte haben mich sehr ergriffen und ich musste an Elias denken und seine Wüstenwanderung und an "Wüstenwanderungen",die wir zu durchleben haben.
Zu Elias kam ein Engel mit Wasser und Brot,damit er los-bzw. weitergehen kann und seine Wüstenzeit übersteht.Ihre Fragen kann ich Ihnen nicht beantworten,daß weiß nur Gott allein,aber ich wünsche Ihnen diesen Engel,der mit "Wasser und Brot" zu Ihnen kommt,mit dem "Wasser und Brot",daß nur für Sie wichtig und richtig ist,damit Sie mehr

Von Doris S. am .

Lieber Norbert N.
Wie schrecklich und unfassbar!
Wie schmerzhaft das sein muss,ein Kind zu verlieren,kann ich nur ansatzweise ahnen.
Du und deine Frau,ihr habt mein vollstes Mitgefühl.
Ich bete,dass ihr durch diese schlimme Zeit des Verlustes und der Trauer durchgetragen werdet,von Gott,dessen Wege oft so unbegreiflich sind,von Menschen(Gemeinde) und Familie.
Dass ihr euch Zeit nehmt zu trauern,zu klagen,zu weinen.
Gott sende euch Menschen,die einfach da sind,ohne fromme Sprüche und mehr

Von Norbert N. am .

Darauf, dass Gott uns den Tod unseres geliebten Kindes erklärt, uns ein Zeichen sendet, wofür der Verlust, wofür der Schmerz, die Trauer; fröhlich sein und dankbar für alles, was Gott sagt in der Bibel und uns gibt oder nimmt, können wir im Moment nicht sein. Sein Wille geschehe! Muss das so weh tun?
Wie müssen wir seine Güte hinsichtlich des Todes unseres geliebten Sohnes verstehen? Ein Wunschkind, ein Traum von einem vorbildlichen goittesfüchtigen Sohn und Christen - mehr


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