/ Wort zum Tag

Alles im Griff

Ulrich Ahrens über 1. Petrus 5,6-7.

Bibelvers

Demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

1. Petrus 5,6–7

Die Verletzung sah sehr schlimm aus. Bei einer Familienfeier war die Vierjährige so herumgetobt, dass sie einen Tisch mitriss und dieser über sie fiel. Etliche Zähne hatte sich das Kind an der Tischkante ausgeschlagen. Der Notarzt kam mit Sirenengeheul herbei. Der 10jährige Bruder fragt die Oma ganz erschrocken: „Aber Gott hat doch alles im Griff – oder?“

Wenn einem Schlimmes widerfährt: Hat Gott alles im Griff?

Auf diese Frage will offensichtlich antworten, was im 1. Petr-Brief zu lesen steht, Kap 5, 6-7: „Demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“

Die Christen, an die sich der Verfasser des neutestamentlichen Briefes richtet, standen stark unter Druck. Sie hatten keinen leichten Stand. Wegen ihres Glaubens ging man gegen sie an. Nicht so ganz offen, sondern eher durch kleine, aber umso wirksamere Sticheleien bis hin zu heftigen persönlichen Angriffen.

Da gerät der Glaube an den auferstandenen Herrn Christus schon mal ins Wanken. Hatte nicht Jesus seinen Jüngern gesagt, dass er über alle Gewalt im Himmel und auf der Erde verfügt? Wie kann es dann sein, dass Glaubende mit so viel Widerstand zu leben haben? Wo ist denn seine Macht? Auch wer persönlich nicht solche heftigen Widerstände erlebt, sieht sich so manch anderem im Leben ausgesetzt, das die Frage aufwirft, ob Gott noch alles im Griff hat, Und die Frage verlangt  nach einer Antwort.

Nun - soll dieser Satz aus dem 1. Petrus-Brief eine Antwort auf die Frage nach Gottes Macht sein?

Die Aufforderung „demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes“ hat ein konkretes Beispiel im Hintergrund. Das Beispiel, das Jesus selbst seinen Jüngern einmal demonstrierte.

Kurz vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung, beim letzten Abendessen mit seinen Jüngern, da nahm Jesus eine Schüssel mit Wasser, band sich eine Sklavenschürze um und wusch seinen Jüngern die Füße. Damit zeigte Jesus ihnen, was ihm wichtig war für seinen Weg. Und was er seinen Jüngern wichtigmachen wollte für ihren Lebensweg.

Jesus wollte nur eines: sich ganz an die Hand des Vaters im Himmel geben. Jesus wusste, was ihm bevorstand – sein Leiden und das Kreuz. Doch weil er dem Vater vertraute, hielt er am Vater fest. Weil er dem Vater vertraute, wich er nicht aus.

Genau dies ist gemeint, wenn es in der Aufforderung lautet: „Demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes.“ Bleib dran an deinem Vertrauen zu dem Vater im Himmel. Lass dir das Vertrauen zu ihm durch nichts und niemandem klein machen. Er ist Gott. Er hat wirklich alles im Griff – auch wenn dein gegenwärtiges Erleben gerade nicht danach aussieht.

Nur in diesem Vertrauen hast du eine Zukunft. Diese Zukunft klingt an in den Worten: „… damit er euch erhöhe zu seiner Zeit“. Dahinter steckt die Gewissheit: Gott hat alles im Griff. Er weiß, wann es Zeit ist, dich herauszureißen, dir Perspektive zu schenken. Er hat ja für dich eine ewige Perspektive.

Damit ich aber nun nicht tatenlos zusehen muss, was mir da widerfährt, gibt es noch diesen praktischen Vorschlag: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ Das kann ich nämlich täglich tun: mich darauf konzentrieren, alle meine Sorge, alles, was mich belastet und unruhig macht, vor ihm im Gebet auszubreiten. Denn ich traue Gott zu, dass er alles im Griff hat. Ganz gleich, was da noch kommt.

 


Kommentare

Von A. Visser am .

Vielen Dank für die wunderbare Auslegung und Zeugnis!
Ja ich kann auch bezeugen, das alles seine Zeit hat und wir Jesus vertrauen dürfen! Denn Er macht nichts falsch! Im Gegenteil, Er weiß genau was Seine Kinder brauchen zur richtigen Zeit. Ja, Jesus hat sich für nichts geschämt. Er hat sich völlig für uns hingegeben aus lauter Liebe zu uns. Und es lohnt sich, Jesus zu vertrauen. Amen


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