/ Wort zum Tag

Begründete Freude

Christoph Reeps über Philipper 4,4.

Bibelvers

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!

Philipper 4,4

Paulus ordnet den Christen in Philippi an: „Freut euch!“ Genauer: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ - Kann man Freude anordnen? Ich denke an die Weihnachtsparodie von Loriot, wo die Mutter den alten Opa mehrfach auffordert „Ach Opa, nun sei doch mal ein bisschen gemütlich.“ Oder ich denke an die Mr.-Bean-Kurz-Filme oder manche Comedy-Shows, in denen im Abstand von wenigen Sekunden immer wieder Gelächter eingespielt wird, damit der Zuschauer weiß, wo er lachen sollte. … Aber ist das: „Freut euch!“?

Die Freude, von der Paulus schreibt, ist nicht das Lachen über einen Witz oder eine komische Situation. Es ist nicht die Art Lustigkeit nach 5 Bier zu viel. Es ist erst recht nicht Schadenfreude. Das griechische Wort für „freuet euch" hat im Wortstamm etwas mit dem Wort Gnadengeschenk zu tun. Es ist eine Freude, die durch ein Geschenk ausgelöst wird, das ich nicht verdient habe, auf das ich keinen Anspruch habe, das viel größer ist, als es mir zusteht.

Es fällt uns Erwachsenen oft schwer, das zu denken, weil wir die meisten Geschenke zu Weihnachten oder zum Geburtstag selber kaufen, ~ weil wir das Geld dafür erarbeiten oder absparen. Kinder können das vielleicht noch eher denken, weil sie sich beschenken lassen können, ohne etwas dafür ausgeben zu müssen.

Aber Paulus schreibt: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ Also: Freuet euch in der Gemeinschaft des Herrn Jesus. Freut euch, dass ihr mit Christus zusammen sein dürft, dass ihr zu ihm gehören dürft. - Denn das ist nicht selbstverständlich.
Normalerweise sind wir von Gott entfernt. Jeder hat in seinem Leben Schuld, Versagen. Jeder hat Gott enttäuscht, verletzt, vernachlässigt. Von daher ist die Entfernung von uns zu Gott unüberbrückbar groß.

Und dann kommt Jesus zu uns - Weihnachten - verbindet sich mit uns Menschen, überbrückt diese Kluft und stellt die Verbindung zwischen uns sündigen Menschen und dem heiligen Gott her. Dann stirbt er am Kreuz für uns, nimmt unsere Schuld mit ans Kreuz und beseitigt sie. Und dann steht er von den Toten auf und sagt uns: Ihr dürft mit mir leben.

Das ist ein völlig unverdientes Geschenk, so groß, dass wir es zu Lebzeiten nicht bezahlen könnten. Das ist ein Gnadengeschenk in einer Größenordnung, in der wir normalerweise nicht denken können. Gott kommt zu uns und sagt: „Ich nehme dich wieder an.“


Darum sagt Paulus: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ 
Erst, wenn ich weiß, wie weit ich vom anderen Ufer entfernt bin, werde ich dankbar und froh über das Boot, das mich hinüber bringt. „Freuet euch!“ ... Und kurz drauf schreibt Paulus: „Der Herr ist nahe!“ Das ist der Grund der Freude. Gott ist nicht mehr fern. Gott ist uns nahe gekommen. Freut euch, Gott lässt uns nicht hinter dem Fluss, sondern überbrückt ihn. Er ist uns ganz nahe.


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