/ Wort zum Tag

Sperlinge

Bernhard Kuhl über Matthäus 10,29.

Bibelvers

Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater.

Matthäus 10,29

Wie viel ist der Mensch wert? Würde man seine chemischen Bestandteile auseinander dividieren, bekäme man auf dem freien Markt knapp 40.- €uro dafür. 40.- €uro - für einen ganzen Menschen, ganz schön wenig. Denke ich. Doch manch einer oder eine wäre froh, wenn er oder sie das tatsächlich wert wäre. Die Worte aus der Kinderzeit klingen noch im Ohr: „Du bist nichts wert!“ oder „Du taugst nichts!“ oder „Du bist zu nichts zu gebrauchen!“. Das klingt nach nicht mal 40.- €uro.

Kaum vorstellbar, dass früher die Sklavenhändler genauso mit Menschen umgegangen sind. Diese wurden meistbietend verkauft. Leider ist dieses dunkle Geschäft mit dem Wert eines Menschen bis heute aktuell. Menschenhandel ist überall auf der Welt zu finden. Viele dieser Menschen – meist junge Frauen - werden verschleppt und verhökert und fragen sich: „Was bin ich eigentlich wert?“ Da ist nichts mehr übrig an Menschenwürde und Achtung oder Selbstachtung.

Wieso ich Ihnen das erzähle? Jesus hat einmal den Wert der Menschen mit dem Wert von Spatzen verglichen. In Matthäus 10,29 heißt es: Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Ein Groschen. Das entspricht heute ungefähr 4 Cent. Fast nichts also. 2 Cent pro Sperling. Egal, wie wenig das auch sein mag, Jesus macht deutlich, dass kein Mensch so wenig wert ist, dass Gott ihn nicht kennen würde. Mehr noch, nicht nur kennen, sondern begleiten, wirklich wahrnehmen. Das steigert er noch, wenn er anschließend betont, dass Gott sogar die Anzahl der Haare auf eines jeden Kopf kennt. Nichts mit wertlos, nicht nur 40.-Euro. Nein. Gott kennt mich bis in die Haarspitzen meines Lebens. Ich bin ihm nicht egal.

Was helfen mir diese Preisvergleiche? Was soll ich damit anfangen? Jesus geht es um die Frage, auf was wir uns im Leben verlassen, was uns wichtig ist, welche Autorität wir fürchten. Konkret spricht er seine Jünger an, die in dieser Welt mit ihren Maßstäben durchaus anecken und für Werte eintreten, die sie zu Fremden, ja zu Feinden machen. Und Jesus will sie mit diesem Wort ermutigen. Kann sein, dass du dich wertlos fühlst, kann sein, dass man deine Werte angreift, kann sein, dass man dich niedertritt in deinem Leben oder deinen Meinungen – vergiss nicht, dass es Gott ist, der dich umgibt. Nicht nur ein bisschen, sondern durch und durch. Er legt deinen Wert fest. Er kennt jedes Minderwertigkeitsgefühl, jede Angst, jeden Selbstzweifel, jedes Gefühl der Überforderung, jede Ablehnung, die dir widerfährt. Nichts um dich herum geschieht, ohne dass es dein Vater im Himmel nicht wüsste. Du bist ihm unendlich wertvoll. Deine Werte, deine Meinung, deine Überzeugungen mögen verachtet werden. Du selbst magst abgelehnt werden – der Vater im Himmel kennt und liebt dich. Garantiert.


Kommentare

Von Hildegard W. am .

Den letzten Absatz nehme ich für mich. Es ist eine gute Botschaft, dass einer zu mir steht, mich durch und durch kennt, weiß wenn ich von anderen nicht ernst genommen, entehrt oder hintergangen, selbst schuldig wurde. Jeder Mensch ist in seinen Augen wertvoll, egal, was war. Er hat ihn geschaffen und stellt ihn wieder in seine Schöpfungsordnung. Das ist unverdiente Gnade. Alles vergeht, er aber bleibt und hält uns in seinen Händen. Seine Maßstäbe sind anders als unsere. Dafür will ich ihm danke sagen. Danke für Ihr Wort zum Tag.

Von Rainer am .

Hallo Bernhard Kuhl, vielen Dank für die so wunderbar positiven Worte. Und das Schönste ist: sie sind allesamt war, Gott liebt uns wirklich. Durch und Durch. Vielen Dank nochmals. Allen zusammen wünsche ich Gottes reichlichen Segen.

Von Susanne F. am .

Lieber Herr Kuhl, Ihre Worte sind Balsam auf meine Seele, ganz herzlichen Dank. Ich wurde vor zwei Tagen von einer lieben Freundin, die eine gläubige Christin ist, als negativer Mensch bezeichnet und sie sieht sich als positiven Menschen, der stolz über mir steht. Das hat mich zutiefst verletzt. Sie gibt mir immer das Gefühl, dass sie eine viel bessere Christin ist als ich. Ich frage mich, warum nur ein Christ so sein kann... Ihre Worte geben mir wieder Halt - und Trost... Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren gesegneten Sonntag. Liebe Grüsse Susanne F.


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