/ Wort zum Tag

Gott sorgt für uns

Bernhard Kuhl über Römer 8,31.

Bibelvers

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?

Römer 8,31

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein!“, so schreibt Paulus im Römerbrief, Kapitel 8,31. Das ist mal eine Parole! Sie eignet sich sogar als Protestplakat für eine Demonstration. Naturschützer, Pazifisten, Gewerkschaftler, Frauenrechtler – sie alle gehen auf die Straßen und protestieren für eine gerechtere Welt, wie sie sie sich vorstellen. Und wir Christen rufen aus: „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein!“ Klingt radikal und einfach. Klar und deutlich.

Aber nicht nur für die großen Demonstrationen ist dieses Wort eine klare Ansage. Auch für die Wohnzimmer, Klassenzimmer, Krankenzimmer und Sterbezimmer. Ein Schüler wird von seinem Mitschüler gemobbt. Ich fühle mich zu Hause eingesperrt, weil ich arbeitslos bin. Erhalte die Diagnose Krebs. Ich spüre, wie mein Gedächtnis mehr und mehr abnimmt. Ich leide unter der Einsamkeit, weil meine Altersgenossen wegsterben. Da weiß ich, mein Ende ist gekommen. „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein!“ Dieses Wort ist ein echter Hammer, ein Aufsteller, ein Mut Macher, die Hoffnung schlechthin.

Der Apostel Paulus hat es geschrieben für Menschen, die unter Lasten und Gefahren ihr Leben bewältigen mussten. Er nennt sogar im Umfeld einige dieser Dinge: Trübsal, Angst, Gefahr, Hunger, sogar den Tod. Weil Gott für uns ist, kann nichts gegen uns sein. Nichts ist stärker als die Kraft und die Gegenwart Gottes.

Jetzt kommt das große ABER: Ist denn Gott wirklich für uns? Paulus formuliert es ja so „… wenn Gott für uns ist, dann …“ Ist er es? Das Bild von diesem liebenden Gott, der unbedingt für uns ist, wird ja getrübt durch manch schwere Erfahrung in unserem Leben. Jeder von uns weiß von schmerzhaften Erfahrungen zu berichten, von fehlender oder nicht genügender Liebe oder von einer Liebe, die an Bedingungen geknüpft war. Oder von der Enttäuschung nicht erhörter Gebete. So legt sich auch ein Schleier des Schmerzes über unser Leben, der uns die Sicht für Gottes unbedingtes Ja erschweren kann. Ist Gott wirklich für mich?

Paulus begründet dieses „Gott ist für mich!“ mit der Hingabe seines eigenen Sohnes. „Der seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken!“ Wenn Gott bereit ist, seinen eigenen Sohn um meinetwillen zu opfern, dann liegt in dieser Hingabe Gottes mein ganzes Glück, meine Hoffnung, meine Rettung. Gott ist für mich! Nicht immer gelingt es uns, diese unglaubliche Liebestat Gottes mit unserer persönlichen Lage in Verbindung zu bringen. Aber: Schien nicht auch am Kreuz Jesu alles zu Ende? War seine Hingabe nicht doch eine große Niederlage? Doch dann hat Gott ihn auferweckt und seine Kraft gezeigt. Diese hingebende Liebe und diese todüberwindende Kraft Gottes stecken in diesem Wort, dass Gott für uns ist. „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein!“ Sollte ich es nicht für mich nehmen, trotz mancher Fragen?


Kommentare

Von Christiane S. am .

"Gott ist für mich, wer kann wider uns sein"?
Ja, das will ich wieder neu für mich annehmen. Was können mir da Menschen antun? Nichts! Danke, für dieses Wort!


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