/ Wort zum Tag

Herzhaftes Lachen

Johannes Kiuntke über Sprüche 15,13.

Bibelvers

Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, entfällt auch der Mut.

Sprüche 15,13

Manche Mütter scheinen einen sechsten Sinn zu haben. Sie sind mit einer Intuition ausgestattet, die ihre Umwelt oft überrascht. So erging es mir in der Schulzeit. Wenn ich von der Schule nach Hause kam und durch den Keller hinauf zur Wohnung ging, dann merkte meine Mutter oft schon an meinem Schritt, dass etwas los war. Stand ich dann in der Küche, dann brauchte sie mich nur anzuschauen. Ohne Worte drückte mein Gesicht aus, dass ich etwas Unangenehmes erlebt hatte.

Kam ich mit einer schlechten Note nach Hause, wusste sie es schon, bevor ich meinen Mund auftat. Als Kind war mir das manchmal unangenehm. Ich konnte vor ihr einfach nicht verbergen, was in mir drinnen vorging. Sie konnte im Gesicht lesen, konnte an den Schritten deuten, was ich erlebt hatte.

Im Buch der Sprüche, einer Sammlung von Weisheitssprüchen im Alten Testament, steht:

„Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, dann entfällt auch der Mut.“ In einer anderen Übersetzung heißt es: „… durch Betrübnis wird der Geist niedergeschlagen.“

Lässt also das äußere Erscheinungsbild unserer Mitmenschen auf Ihren inneren Zustand schließen? Drückt Ihr Angesicht aus, wie es Ihnen tief drinnen geht? Der Gedanke macht mir fast Angst. Wenn ich in einer Stadt unterwegs bin und die vielen verbiesterten Gesichter sehe. Wenn ich sehe, wie viele Menschen mit Sorgenfalten rumlaufen. Haben wir es wirklich mit so vielen betrübten und niedergeschlagenen Mitmenschen zu tun? Es scheint so zu sein.

In einer der großen Erzählungen am Anfang der Bibel, in der so genannten Urgeschichte, ist von einem Brüderpaar die Rede. Kain und Abel. Der Neid des einen auf den anderen hat ihre Beziehung zerstört. Kain sinnt auf Rache und will den Bruder umbringen. Es heißt von ihm: „Kain ergrimmte sehr und senkte finster seinen Blick.“ Gott sieht das und stellt ihn zur Rede. „Warum senkst du finster deinen Blick? – Wenn du fromm bist, wenn du gut bist, kannst Du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.“

Ich sehe in diesen Worten eine sehr Mut machende Botschaft. Schlechte Laune, finsterer Blick, miese Stimmung ist kein unabwendbares Verhängnis. Wir sind Herr über unsere Gefühle. Wir können darüber bestimmen, was wir sozusagen durch die Tür unseres Lebenshauses in unser Inneres hineinlassen. Es liegt an mir, ob die unangenehmen Dinge, die oft Tag für Tag auf mich einprasseln, mir das Leben versauern. Wir bestimmen, wer oder was uns die Stimmung verdirbt. Ich kann entscheiden, ob ich mit meiner betrübten Verfassung auch anderen die Laune vermiese.

Und seien wir doch ehrlich. Viel lieber umgeben wir uns mit Menschen, die heiter sind, Humor haben und herzlich lachen können. Und am besten ist es, wenn wir selbst diese Menschen sind und andere mitreißen mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit.

In der Tanzstunde ging es oft fröhlich zu. Ich hatte so viele Fehler gemacht und wir mussten oft herzlich lachen. Da drehte sich ein fremder Mann um und sagt: „Diese Lache kenne ich. Du musst die Traute aus der Schule sein!“ Er zeigte auf eine von denen, die herzhaft gelacht hatten. So war es, und der fremde Mann war tatsächlich ein Schulkamerad aus dem Norden. Jahrzehnte hatten sie sich nicht gesehen. Aber das fröhliche Gesicht und das Lachen waren ihm in Erinnerung geblieben.

Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Tag voller fröhlicher Momente.


Kommentare

Von Hedy am .

Vielen Dank fuer die Auslegung. Hat mich sehr beruehrt. Es kamen mir die Traenen...Warum??? Weil ich mich selbst soooo mies fuehle und kann, somit, kaum Jemand anders auf der Strasse, im Supermarkt oder Sonstwo... Froehlichkeit zeigen! Sorry...es ist so....
Es kommen aber wieder andere Zeiten! Daran glaube ich und arbeite daran. Mit Gottes Hilfe.

Von Barbara R. am .

Vielen Dank für die guten Wünsche und hoffen wir, dass sie bei sehr vielen anderen Menschen in Erfüllung gehen werden. Bei meinen täglichen Zugfahrten hätte ich auch gerne mehr fröhliche Gesichter wahrnehmen wollen. Ein Lächeln am Morgen vertreibt gleich trübe Gedanken und lässt mich dankbar sein für diesen Moment. Liebe Grüße an alle Mitwirkenden


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