/ Wort zum Tag

Stolz

Jörg Dechert über 1. Korinther 1,30.

Bibelvers

Christus Jesus wurde für uns zur Weisheit durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.

1. Korinther 1,30

Auf dem Schulhof. Die erste Klasse tobt in der Pause. Eine Gruppe Jungs hat sich in eine Ecke zurückgezogen. Alle reden durcheinander, jeder versucht den anderen zu überbieten und zu übertönen. Das Thema: Ihre Väter. „Mein Vater ist super, der spielt immer mit mir auf unserer Playstation“, legt Lukas vor. „Meiner geht mit uns in den Wald und denkt sich immer spannende Abenteuer aus“, versucht Viktor Lukas zu übertrumpfen. „Meiner ist total mutig, der arbeitet bei der Feuerwehr und hat schon Leute aus brennenden Häusern gerettet“, weiß Denis. Und so geht es reihum weiter. „Mein Vater hat…“  „Mein Vater ist…“ „Mein Vater kann…“ Wenn doch die Väter einmal hören könnten, wie stolz ihre Söhne auf sie sind und sogar mit ihren Vätern angeben!

Und ich frage mich: Worauf sind Christen eigentlich stolz? Womit geben Christen eigentlich an? Vielleicht denken Sie jetzt: „Das ist aber eine seltsame Frage!“ Stolz - sollten Christen nicht demütig sein? Angeberei? Sollten Christen nicht bei der Wahrheit bleiben? Passt das denn? Meine persönliche Erfahrung ist: Ja, Stolz und Angeberei gibt es auch bei Christen, in Kirchen und Gemeinden. Leider. Wie alle anderen Menschen sind auch Christen nicht davor gefeit, sich, die eigene Bedeutung und Wichtigkeit vor anderen herauszustellen.

Der Apostel Paulus setzt sich damit einmal sehr deutlich auseinander, im 1. Korintherbrief, im ersten Kapitel. Dort lesen wir:

Niemand soll gegenüber Gott mit vermeintlichen Vorzügen prahlen können… Dass ihr mit Jesus Christus verbunden seid, verdankt ihr nicht euch selbst, sondern Gott. Er hat in Christus seine Weisheit sichtbar werden lassen, eine Weisheit, die uns zugute kommt. Denn Christus ist unsere Gerechtigkeit, durch Christus gehören wir zu Gottes heiligem Volk, und durch Christus sind wir erlöst. Wenn also… jemand auf etwas stolz sein will, soll er auf den Herrn stolz sein.

Das bedeutet: Christen haben keinen Grund in sich selbst für Angeberei. Nicht gegenüber ihren Mitmenschen, und nicht gegenüber Gott. Denn alles, was an ihrem Glaubensleben und Gottvertrauen wichtig und wertvoll ist, haben sie allein Jesus Christus zu verdanken.

Paulus ist da glasklar: Dass ihr mit Jesus Christus verbunden seid - hat Gott gemacht. Dass ihr von ihm Weisheit geschenkt bekommt - hat Gott gemacht. Dass ihr vor Gott in Ordnung seid - hat Gott gemacht. Dass ihr bei Gott sozusagen zur Familie gehört - hat Gott gemacht. Dass ihr eine berechtigte Hoffnung für ein Leben über den Tod hinaus haben könnt - hat Gott gemacht.

Es gibt also, so Paulus, für Christen keinen Grund zu Stolz und Angeberei. Wenn überhaupt, dann sollten Christen auf den stolz sein und mit dem angeben, dem sie ihren Glauben und ihr Gottvertrauen zu verdanken haben: Gott selbst.

Ich finde, das ist ein bisschen wie bei den Jungs der ersten Klasse auf dem Schulhof: Wenn Christen auf etwas stolz sein und angeben wollen, dann mit ihrem Vater im Himmel.


Kommentare

Von Christian R. am .

Leider habe ich festgestellt,das auch unsere Pastoren von sich eingenommen sind.Das fängt schon mit der Anrede an.Natürlich muß man diue Autorität bewahren und das "Du" beachten.
Ich wünsche mir, das unsere Geistlichen die Gottes Wort verkündigen mehr auf uns Christen zugehen und nicht ihren Dienst sporadisch ausüben.
Ich bete dafür, das Christus Jesus für uns zur Weisheit durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung für alle wird.
Gottes Segen für Euch!

Von Wolfgang S. am .

Sehr gut und seelsorgerlich formuliert!


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