/ Wort zum Tag

Gott selbst trocknet Tränen

Ruth Bai-Pfeifer über Offenbarung 21,34.

Bibelvers

Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.

Offenbarung 21,3–4

„Komm, jetzt ist alles wieder gut, du musst nicht mehr weinen.“ Wie schnell sagen wir das zu einem kleinen Kind. Auch ich habe das als Kind oft erlebt. Mein Vater zog jeweils sein großes Taschentuch aus der Hosentasche, wischte einem von uns Kindern nach einem Sturz oder einer Niederlage die Tränen ab und machte uns wieder Mut zum Weitergehen. Mir kommen viele Momente aus meinem Leben in den Sinn, wo bei mir die Tränen geflossen sind. Etwa damals, als meine kleine Schwester im Alter von zwei oder drei Jahren eine Überdosis Schmerzmittel schluckte, die sie niemals hätte erwischen dürfen. Sie meinte, das seien besonders schöne, rosarote Bonbons. Wir wussten nicht, ob sie durchkommen würde. Das erschütterte mich tief. Weil meine Augen so verweint waren, zog ich meine Sonnenbrille an; meine Geschwister sollten mich nicht so sehen. Zum Glück überlebte meine Schwester!

Ein anderes Mal kamen mir die Tränen, als ein Kamerad unter ein Auto geriet und tödlich verunfallte. Dieses traurige Erlebnis ging sehr tief. Die Erfahrung, wie brutal der Tod in unser Leben greifen kann, machte ich damals das erste Mal. Später weinte ich, weil eine Freundin nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. Sie hielt es nicht aus, dass ich ein Korsett tragen musste. Auch meine Behinderung kostete mich viele Tränen, oft auch solche, die ich nicht mehr weinen konnte.

Manchmal muss ich auch weinen, wenn mir Menschen erzählen, wie viel Leid ihnen durch andere Menschen zugefügt wurde. Beim Aufzählungen dieser Tränen-Erfahrungen ist es für mich gut zu wissen, dass Gott all unsere Tränen und unseren Lebensschmerz ernst nimmt.

Mit dem heutigen Tagestext gibt uns Gott eine tröstliche Verheißung: Der Tag wird kommen, an dem Gott alle unsere Tränen endgültig abwischen wird. In Offenbarung 21, 3 + 4 steht: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein und er selbst, Gott, mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.“ Das Versprechen, das Gott uns hier gibt, geht weit über das Abtrocknen unserer Tränen hinaus. Er selbst wird mitten unter seinen Kindern wohnen. Er wird immer bei uns sein und uns nie mehr alleine lassen. Deshalb werden wir nie mehr weinen müssen, wenn es dann soweit sein wird. Alle Schmerzen, die das Leben auf dieser Erde uns zugefügt hat, werden dann vergangen sein. Es wird keine Krankheit, kein Leid, keine Tränen, keine Schmerzen und keine Behinderungen mehr geben. Das ist eine wahre und hoffnungsvolle Zusage Gottes. Auch wenn Sie jetzt noch weinen müssen, sei es wegen Krankheit, Tod, Schmerz, Verlassenheit oder Einsamkeit: Eines Tages wird Gott selbst alle Ihre Tränen abtrocknen. Er wird bei Ihnen bleiben und Sie nie mehr loslassen. Das ist ein tiefgründiger Trost aus der Ewigkeit, der einmal wahr wird für alle, die an den lebendigen Gott glauben. „Siehe da…, er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein und er selbst…., wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.“


Kommentare

Von Rüdiger S. am .

Was für eine ermutigende Andacht, besonders für Kranke und Leidgeplagte!!!
Einen ganz herzlichen Dank an die Autorin

Von Hartmut T. am .

Liebe Ruth, ich durfte schon viele Ihrer Auslegungen hören und darf dabei immer wieder Trost und Ermutigung durch das Wort Gottes erfahren. Da Sie, wie auch ich, mit einer Behinderung leben müssen (dürfen?), wird unsere Freude im Himmel um so größer sein.
Ich segne Sie im Namen unseres Herrn und wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft!
Gott befohlen und liebe Grüsse aus Bad Bergzabern von Ihrem Bruder im Herrn
Hartmut T.


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