/ Wort zum Tag

Nur ein Traum?

Daniel Benne über Jeremia 23,29.

Bibelvers

Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?

Jeremia 23,29

Ein christlich geführtes Hotel ist Gastgeber für einen großen Kongress. Der Kongress steht unmittelbar bevor. Da erscheint zur morgendlichen Besprechung ein Mitarbeiter, der ganz aufgelöst ist: „Ich hab letzte Nacht davon geträumt, dass während des Kongresses ein Feuer ausbricht. Eigentlich wollte ich erst gar keinem davon erzählen. Aber es lässt mir einfach keine Ruhe.“ Was tun? Sollte man den ganzen Kongress absagen, weil ein Mitarbeiter von einem Unglück geträumt hat? Aber was ist, wenn Gott in dem Traum zu dem Mitarbeiter gesprochen hat? Und vor dem Unglück warnen möchte? Die Mitarbeiter haben zusammen gebetet: „Herr, bitte zeig uns, ob dieser Traum von Dir war. Wenn das wirklich der Fall ist, dann hilf uns jetzt und lass uns die Gefahr rechtzeitig entdecken!“ Anschließend haben sie das komplette Hotel auf den Kopf gestellt. Bei dieser intensiven Suche entdecken sie tatsächlich einen Kabelbrand im Anfangsstadium. Ohne den Traum und die intensive Suche wäre es tatsächlich zu dem Unglück gekommen. Gott kann also durchaus durch Träume zu uns sprechen- auch heute noch!

Schlecht ist es allerdings, wenn diese Tatsache - Gott spricht durch Träume - absichtlich missbraucht wird.

Auch dazu ein Beispiel: ein Gemeinde-Vorstand tagt. In einem Punkt kann man sich nur schwer einigen. Am nächsten Tag schreibt einer aus der Runde eine E-Mail an seine Vorstandskollegen: „Wir können das doch nicht so machen, wie gestern beschlossen. Denn Gott hat mir letzte Nacht in einem Traum deutlich gemacht, dass unsere Entscheidung falsch ist!“ Tja - was sollten seine Vorstandskollegen dem entgegensetzen? Wenn Gott hier zu ihm gesprochen hatte? In dem Fall hätte der Vorstand dem besser etwas entgegengesetzt.

Denn im Nachhinein stellte sich heraus: Nicht Gott hatte in dieser Nacht zu dem Vorstandsmitglied gesprochen, sondern seine Frau… Hier hat sich also jemand ganz bewusst auf Gott berufen, obwohl er ganz genau wusste, dass das gar nicht stimmt! Und am Ende ist er schließlich auch aufgeflogen mit seiner Lüge.

Ganz ähnliche Probleme gab es bereits zur Zeit des Propheten Jeremia - mehr als 600 Jahre vor Christus: Jeremia war ein Prophet, den Gott eingesetzt hatte. Und durch den Gott zu seinem Volk gesprochen hat. Gott hatte damals allerdings eine Menge zu kritisieren am Lebensstil seiner Leute. Und gab Jeremia die schwierige Aufgabe: „Leite meine Kritik an das Volk weiter!“ Dafür bekam Jeremia jede Menge Gegenwind.

Wesentlich besser kamen die Propheten weg, die lauter gute Nachrichten verkündet haben. Auch sie haben sich auf Gott berufen, in ihren angeblichen Träumen - doch in ihrem Fall war das bewusst gelogen. Sie haben einzig und allein das gesagt, was beim Volk gut ankam. Und sich damit selbst in den Vordergrund gestellt. Gott hat sich über diese falschen Propheten sehr geärgert und denen über Jeremia ausrichten lassen: „Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr. Und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?

Welche Macht Gottes Wort hat, kann ich schon auf den ersten Seiten der Bibel nachlesen: Gott braucht bei der Entstehung der Erde immer nur ein Wort zu sagen und es passiert.

Als der Prophet Jeremia die Kritik an seinem Dienst nicht mehr aushält, will er seinen Propheten-Job am liebsten hinschmeißen. Doch dann muss er feststellen: „Es brennt in mir wie ein rasendes Feuer. Ich kann es nicht bleiben lassen, Gottes Botschaften weiterzugeben.“

Christen haben den Auftrag, anderen von Gott zu erzählen. Wichtig ist dabei, nicht nur über den Inhalt des Evangeliums Bescheid zu wissen und davon zu reden, sondern auch selber danach zu leben. Der Lebensstil sollte mit dem Reden zusammenpassen! Was wir auf gar keinen Fall tun sollten, ist: unsere eigenen Vorstellungen durchboxen, indem wir uns dabei – fälschlicherweise - auf Gott berufen.


Kommentare

Von Ute S. am .

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Es ist gut zu wissen, dass Gott auf verschiedene Weise zu uns spricht und nicht als Waisen zurückläßt, sondern den Heiligen Geist schenkt. Ich bete dafür, dass Gott den verfolgten Christen Träume schenkt um sie zu warnen und zu ermutigen. Ihr Beitrag war eine Ermutigung für mich. Danke, Ute


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