/ Wort zum Tag

Wir sind auf der Durchreise

Birgit Wolfram über Hebräer 13,14.

Bibelvers

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Hebräer 13,14

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräer 13,14)

Das ist doch mal ein sehr tröstend und Mut machend für alle, die einen lieben Menschen verloren haben. Die traurig sind. Und die vielleicht schweren Herzens auf den Ewigkeitssonntag blicken, wenn die Namen der Verstorbenen in den Kirchen vorgelesen werden. Da bekommt das Wort aus dem Hebräerbrief Kapitel 13, Vers 14 eine ganz neue Bedeutung:

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“

So drückte sich Paulus aus. Und so lebte er. Er war ein Mann des Glaubens. Und wenn man ihn gefragt hätte: Was ist dein Lebensmotto? Dann hätte er genau das zur Antwort gegeben: Noch bin ich hier auf Erden mit Jesus unterwegs, aber mein Ziel ist der Himmel. Von Trauer keine Spur!

Mein Ziel ist auch der Himmel. Aber ich erlebe im Alltag, dass ich oft gar nicht die Zeit habe, mich damit zu beschäftigen. Da sind ganz andere Dinge wichtig: Zum Beispiel unsere Kinder, die Familie, eine schwere Krankheit oder auch die finanzielle Versorgung. Das ist für mich im Moment viel sichtbarer und dringlicher als die Ewigkeit. Obwohl ich weiß, dass mein Lebensweg hier auf Erden auch irgendwann zu Ende sein wird. Und der Friedhof mich daran erinnert.

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“

Paulus macht deutlich: „Liebe Leute, denkt dran, ihr seid hier nur auf der Durchreise. Unser Ziel ist die zukünftige Stadt, das neue Jerusalem!“ Und das ist Grund zum Freuen: Dort wird Gott sichtbar bei den Menschen wohnen. Das neue Jerusalem wird vom Himmel herabkommen und Heimat bieten für viele Menschen. Hier wird jeder getröstet und angenommen. Das Vergangene ist nicht mehr wichtig. Hier darfst du sein. Bei deinem Gott, der dich von ganzem Herzen liebt. (Offenb. 21,2ff)

Suchen Sie und ich diese Stadt oder haben wir sie bereits gefunden?

Natürlich ist die zukünftige Stadt noch nicht vom Himmel herabgekommen. Aber Gott, der in dieser Stadt zu Hause ist, der ist vom Himmel herabgekommen. Und deswegen auf Erden zu finden. Durch seinen Sohn Jesus Christus:

Der Menschensohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lukas 19, 10)

Das heißt doch: wenn sich beide, also Gott und Mensch - auf die Suche machen, bewegen sie sich aufeinander zu. Es kommt – irgendwann - zu einem Treffen, vielleicht zu einem Austausch, und damit ist der erste Schritt in die zukünftige Stadt getan.

Ich habe das selbst erlebt: Als Konfirmandin war ich auf der Suche. Und als ich gebetet habe: „Herr Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann möchte ich mit dir leben,“ da durfte ich einen Blick hineinwerfen in diese himmlische Welt. Große Freude und Friede erfüllte mein Herz. Ich wusste einfach: Jetzt ist Gott da. Und das hat mein Leben grundsätzlich verändert. Bis heute übrigens! Auch wenn ich im Alltag nicht ständig an den Himmel denke.

Suchen Sie noch oder finden Sie schon?

Das wahre Leben beginnt erst, wenn sich Gott und Mensch begegnen. Und einander kennenlernen. Von Trauer keine Spur! Im Gegenteil: Es ist spannend, die himmlische Welt zu erkunden. Gemäß dem Motto: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“


Kommentare

Von Alfred A. J. am .

Dieser Beitrag hat mir sehr gefallen, vor allem der Gedanke mit dem Hinweis auf Luk 19,10, Jesus ist gekommen zu suchen und seligzu machen, was verloren ist.

Von Gerhard S. am .

Birgit Wolfram sagte zu dem Vers aus dem Hebräerbrief: "So drückte Paulus sich aus". Es gab immer verschiedene Meinungen zu dem Verfasser des Hebräerbriefs. Ist nun Paulus als der Verfasser festgestellt worden?


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