/ Wort zum Tag

Ein wahrer Held des Alltags

Walter Undt über 2. Tim. 1,10.

Bibelvers

Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.

2. Timotheus 1,10

Es gibt sie, die wahren Helden des Alltags! Ohne zu jammern, meistern sie alle Situationen und Krisen. Mutig gehen sie voran, versuchen Dinge zu ändern, Situationen zu verbessern. Nichts kann sie aus der Bahn werfen. Nichts, außer .... -  sie müssen ins Krankenhaus.

So habe ich mich selbst auch schon erlebt. Seitdem ich vor einigen Jahrzehnten ein paar Monate im Rettungsdienst tätig war, ist mein Vertrauen in die Zunft der Ärzte sehr überschaubar geworden. Alles habe ich seither getan, um Operationen zu vermeiden. Einmal sagte ich am Tag vor der Operation noch ab, weil ich Genesungsfortschritte entdeckt hatte.

Doch dann kam jener unglückliche Tag, an dem ich von einer harmlosen Stufe rutschte. Ich fiel nicht einmal hin, stieß nur mit dem Unterschenkel so fest an eine andere Stufe, dass das Bein dick wurde. Es gab eine Einblutung, die sich später entzündete. Dieses Mal half nichts, die Einblutung musste operativ entfernt werden. Ich musste mich hilflos in die Hände derer begeben, denen ich so oft das Vertrauen entzogen hatte. 

Gedanken quälten mich: Was ist, wenn ich nicht mehr aufwache? Was ist, wenn sie aus Versehen das Bein amputieren - hatte ich nicht gerade erst so eine Geschichte irgendwo gelesen? Was ist, wenn die Narkose .... da muss man doch so viele Papiere unterschreiben, was alles passieren könnte.

Vermischt in diese sehr egozentrischen Fragen, in denen ich nur noch um mich selbst kreiste, kamen die Gewissensbisse: Als Christ darf ich nicht so denken. Als Pastor schon gar nicht. Wie oft habe ich anderen Mut gemacht! Und jetzt, bei einem so relativ harmlosen Eingriff, erschrak ich über mich selbst. Und ich dachte weiter.

Was ist denn das Schlimmste, was mir passieren kann? Dass ich nicht mehr aufwache! Okay, das kommt bei so einer Operation höchst selten vor, aber trotzdem. Wenn man es ausschließen könnte, müsste ich ja nicht unterschreiben, dass es so kommen könnte.

Ich dachte weiter: Was ist denn, wenn ich nicht mehr aufwache? Dann bin ich bei Jesus. Dann habe ich es geschafft. Dann ist mein Leben am Ziel. Ich werde meine Wohnung im Himmel beziehen. Jesus hat es ja versprochen, uns dort eine Wohnung einzurichten. Es wird keine Krankheit, keinen Kampf um das Gewicht, keinen Kampf mit den alltäglichen Anfechtungen mehr geben. Alles ist nur noch schön und gut. Das weiß ich, weil ich Jesus glaube, seinem Wort vertraue. Z.B. heißt es im 2. Brief an Timotheus (1,10):

Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.

Jesus ist der Grund jeder Auferstehungshoffnung. Er hat nicht nur Tote auferweckt, er ist selbst von den Toten auferstanden. Er hat gezeigt, dass er es kann. Das alles glaube ich. Darauf freue ich mich. 

Woher kommt dann die Angst vor dem Tod? Vielleicht weil das Loslassen mir so schwer fällt? Ich habe doch ein so schönes Leben in dieser Welt und dieser Zeit und in der Gesellschaft, in der ich leben darf! Vielleicht weil ich mir Gedanken um meine Frau und unsere Kinder mache und wie sie ohne mich über die Runden kommen sollen? Dabei weiß ich doch, dass Jesus sie noch viel lieber hat, als ich sie haben kann und er wird sich um sie kümmern, ohne dass ich ihn darum extra bitten muss.

Die Vorbereitung auf meine Operation dauerte sehr lange. Es kamen Notfälle dazwischen, so dass ich zwangsweise viel Zeit hatte, mich diesen Fragen zu stellen. Am Ende wich die Angst und ich erlebte einen tiefen Frieden: 

Mein Leben liegt doch nicht in den Händen der Ärzte, noch viel weniger in meiner eigenen Hand. Wann immer mich mein Gott abrufen wird, bestimmt er - ebenso die Umstände, die dazu führen. Aber dann, wenn es soweit ist, dann habe ich es geschafft. Das ist die gute Nachricht, das Evangelium der Auferstehung von Jesus.

Für mich war das ein sehr eindrückliches Erlebnis, wie Jesus in meinem Leben dem Tod die Macht genommen und mir eine große Freude über das ewige Leben gegeben hat. 


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