/ Wort zum Tag

Satt werden

Martin Scheuermann über Psalm 22,27.

Bibelvers

Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden; und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen.

Psalm 22,27

Gott möchte, dass Leben gelingt. Es ist ihm nicht gleichgültig, wenn Menschen im Elend sitzen. Er wendet sich uns zu, gerade dann, wenn wir Hilfe brauchen. In Jesus kommt Gott selbst auf diese Erde, um unsere Not zu wenden, um uns aus unserem Elend zu befreien. Jesus sagt in der Bergpredigt: „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind, die da hungert und dürstet nach Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.“

„Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden.“ Das ist Gottes ganzheitliches Programm für uns Menschen. Und in Jesus wird es konkret. Jesus stillt den leiblichen Hunger von Menschen. Die „Speisung der 5000“ veranschaulicht dies. Er sieht unseren körperlichen Hunger. Gott lässt auf dieser Erde genügend Lebensmittel für uns Menschen wachsen. Wir haben die Aufgabe, sie gerecht zu verteilen. Jesus sieht aber auch den seelischen Hunger. Er ruft uns zu sich. „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ In der Nähe von Jesus blüht meine Seele wieder auf. Vor allem leidet Jesus an unserem geistlichen Hunger. In Matthäus 9 Vers 36 lesen wir: „Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.“ Als guter Hirte möchte Jesus umfassend unseren Hunger stillen und uns satt machen. Der neutestamentliche Bibelvers des heutigen Tages sagt es so: „Jesus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“

Wir sind von Gott eingeladen. In und mit aller Not und allem Elend dürfen wir im Gebet zu Jesus kommen. Psalm 50, 15 macht uns Mut. „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.“

Ich habe es selbst vor über drei Jahren erlebt: Es ist Freitag vor Pfingsten, der 22. Mai 2015. Ich besuche die Zentrale der Evangelischen Nachrichtenagentur idea in Wetzlar. Ich fühle mich rundum wohl. Während eines Gespräches mit Horst Marquardt habe ich plötzlich ein pelziges Gefühl an der Wange und im Mund. Mir wird schlecht. Die Ersthelfer bemühen sich um mich, bis eine Notärztin kommt. Sie erkennt gleich, dass es sich um etwas Lebensbedrohliches handelt. Sofort werde ich in die Uniklinik Gießen gebracht. Man stellt eine besondere Form des Schlaganfalls fest: einen Hirnstamminfarkt. Es geht um jede Minute. Für den Eingriff werde ich in ein künstliches Koma versetzt. Davor und danach bin ich bei vollem Bewusstsein. Obwohl es um Leben und Tod ging, hatte ich merkwürdigerweise überhaupt keine Panik oder Angst. Ich habe viele Male Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“ gebetet und wusste mich von Gott getragen. Ich erlebte tatsächlich einen Frieden, wie ich ihn nie zuvor erlebt habe. Er ist eben höher als alle Vernunft.

Ein Spezialist in Sachen Hirnstamminfarkt sagt mir nach Abschluss der Behandlung: „So, wie Sie das überstanden haben, schaffen das etwa 3 pro Jahr in Deutschland.“

Ich möchte die Zeit am Rande des Todes nicht missen. Ich habe viele göttliche Fügungen erlebt. Wenn der Infarkt beispielsweise zuhause in Schwäbisch Gmünd passiert wäre, hätte ich ihn menschlich gesehen wohl nicht überlebt, weil wir in der Umgebung keine Spezialklinik haben. In Wetzlar aber konnte ich in die nahe Uniklinik nach Gießen gebracht werden, die genau auf Fälle wie meinen spezialisiert ist. Aber vor allem habe ich erfahren, dass Gottes Gegenwart in höchstem Elend tatsächlich ganz real erfahrbar ist.


Kommentare

Von Jörg am .

Gott will das ich ihn liebe,ihm vertraue und doch lässt er mich Hungern!!!


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.