/ Wort zum Tag

Keine Bewunderer, Nachfolger gefragt!

Raimund Puy über Markus 1,19.20.

Bibelvers

Jesus sah Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, wie sie im Boot die Netze flickten. Und alsbald rief er sie und sie folgten ihm nach.

Markus 1,19.20

Jesus Christus sucht nicht nach Männern und Frauen, die ihm das Wochenende und eventuell noch die freien Abende widmen möchten. Er möchte den ersten Platz im Leben der Christen einnehmen, er möchte, dass wir ihm von ganzem Herzen dienen und uns von ihm verändern und gebrauchen lassen. Das macht unser Herr im Markusevangelium deutlich, in dem es heißt:

„Jesus sah Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, wie sie im Boot die Netze flickten. Uns alsbald rief er sie und sie folgten ihm nach.“ (Markusevangelium, Kapitel 1, die Verse 19-20)

Jesus Christus geht – noch ganz am Anfang seines Wirkens – am Ufer des Sees Genezareth entlang. Da trifft er auf Fischer, die ihre Netze flicken und spricht sie an. Genauer gesagt: Er sagt zu Jakobus und Johannes: „Auf, mir nach! Kommt, folgt mir!“ Die zwei Brüder sollen Jesus nicht mal eben eine halbe Stunde lang begleiten, sondern sich mit ihrem ganzen Leben auf Jesus einlassen.

Jesus nachzufolgen, verändert das Leben. Das können wir an Jakobus und Johannes sehr deutlich erkennen. Die zwei Fischer, die in dem mittelständischen Betrieb des Vaters mitarbeiten, werden Mitglieder des Zwölferkreises und ziehen mit Jesus durch die Lande. Sie lernen Jesus immer besser kennen und lassen ihr Leben von ihm prägen. Jakobus und Johannes erleben zum Beispiel mit, wie Jesus die Tochter des Jairus von den Toten auferweckt und wie Jesus kurz vor seinem Tod in Gethsemane betet.

Nach der Himmelfahrt Jesu werden beide Apostel wichtige Zeugen Jesu in den ersten Gemeinden. Allerdings endet das Leben von Jakobus schon im Jahr 44 nach Christus, als er in Jerusalem als einer der ersten Christen den Märtyrertod erleidet.

Berühmter als Jakobus wird sein jüngerer Bruder Johannes. Johannes lebt nach alter Überlieferung am längsten von allen Aposteln. Vermutlich verbringt er das Ende seines Lebens in Kleinasien, der heutigen Westtürkei, wo er auf die Insel Patmos verbannt wird und dort die Offenbarung schreibt. Johannes prägt als Zeuge Jesu und Verfasser von fünf neutestamentlichen Büchern neben Petrus und Paulus die junge Christenheit mit am tiefsten.

Was konnte Jesus aus dem Leben dieser beiden Fischer Jakobus und Johannes machen! Es ist beeindruckend zu sehen, wie Gott sie gebraucht hat. Das war nur möglich, weil Jakobus und Johannes damals am See Genezareth auf die Aufforderung Jesu, ihm nachzufolgen, positiv reagiert haben. Alles haben sie stehenlassen, um mit Jesus zu gehen. Durch ihren Herrn und Meister wurde ihr Leben von Grund auf verändert. Sie haben eine neue Perspektive und eine erfüllende Aufgabe für ihr Leben bekommen. Aus Fischern sind Menschenfischer geworden.

Jesus nachfolgen, das bedeutete damals: mit Jesus unterwegs sein.

Jesus nachfolgen, das bedeutet für uns heute: intensive Gemeinschaft mit Jesus haben, unser Leben von Jesus prägen lassen, ihm von ganzem Herzen dienen und uns von ihm gebrauchen lassen. Jesus lädt auch uns ein: „Auf, mir nach! Leb in ganz enger Gemeinschaft mit mir. Lass dich von mir verändern und lass dich gebrauchen.

Der dänische Philosoph und Theologe Sören Kierkegaard hat gesagt: „Jesus will keine Bewunderer, sondern Nachfolger. Die Bewunderer sind heute begeistert von Jesus und morgen von einem anderen. Die Nachfolger können ihren Herrschaftswechsel nicht mehr rückgängig machen. Die Bewunderer fragen: Was habe ich von Jesus? Die Nachfolger fragen: Was hat Jesus von mir? Nein, Jesus will keine Bewunderer, auf sie kann er verzichten, auf Nachfolger nicht!“


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