/ Wort zum Tag

Die Sprengkraft des Heiligen Geistes

Bernd Schlottoff über Apostelgeschichte 1,8.

Bibelvers

Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

Apostelgeschichte 1,8

Niemand und nichts kann und soll den Lauf des Evangeliums durch die Welt aufhalten. Das gilt von Anbeginn der Christenheit an, denn der Heilige Geist ist uns versprochen, der durch uns und in uns und mit uns kräftig das Wort von der Erlösung durch Jesus Christus weiter laufen lässt. Wie war das noch zu Anfang?

Die Jünger waren verzweifelt und glaubten Jesus noch tot; und dann, wie aus heiterem Himmel, bekamen sie Mut und Begeisterung und unglaubliche Zuversicht und verzweifelten dann auch in schwierigsten Situationen nicht, denn sie hatten erlebt und erlebten es immer wieder, was in der Apostelgeschichte steht:“ Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein“. Denn der Heilige Geist ist Power, ist Dynamis, wie es im griechischen Urtext heißt, ist also Dynamit mit einer unheimlichen Sprengkraft und einer ungeheuren Heilkraft; er ist unser Sprachrohr, unser Anwalt, unser Beistand, unser Tröster, unser Ratgeber. Das beglückt und erleichtert. Denn es kommt so gar nicht auf mich und meine schwache Kraft an.

Luther hatte da eine phantastische Ruhe und Gelassenheit; er sagte und schrieb:“ Während ich hier sitze und mein wittenbergisch Bier trinke, läuft das Evangelium um die Welt“. So ist es mit der Zukunft des Evangeliums. Und wenn alles dagegen spricht? Und wenn alles so aussichtslos erscheint? Wenn man uns prophezeit, dass der christliche Glaube bald nur noch eine Randerscheinung in unserem Land und in ganz Europa sein werde? Der Mut der Apostel und ihre Begeisterung ließ sie auch in schwierigen Situationen nicht verzweifeln. Sie wussten die Kraft des Heiligen Geistes an ihrer Seite.

Natürlich ist mir und ihnen vermutlich auch nicht verborgen, welche Mutlosigkeit sich unter uns breit macht. Wir registrieren, wie die Zahl der bekennenden Christen massiv in Deutschland zurückgeht. Klar ist auch: manchmal läuft das Wort Gottes weniger schnell und weniger intensiv. Aber ins Stocken kommt der Lauf des Evangeliums noch lange nicht. Das weiß ich ganz genau. Denn Jesus ist bei uns und in uns. Natürlich hören wir die Stimmen der Skeptiker auch unter den entschiedenen Christen; da macht man sich z. B. solche Sätze zu eigen, dass wir uns eben in der sogenannten postchtristlichen Gesellschaft befänden und das Evangelium sei nur noch auf dem Rückzug. Ich mag das nicht hören. Denn weltweit wächst die Christenheit. Gott steht nach wie vor zu seiner Zusage:“ Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein“. Punkt!

Sie und ich sind ein Teil davon. Das ist eine Zukunftsansage: das Evangelium wird mit uns und durch uns weitergehen, wenn wir die Kraft des heiligen Geistes in uns wirken lassen, auch in schweren Zeiten. Denn so sind wir freier und beweglicher als die Gesellschaft um uns herum. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell man resignieren kann, wenn Menschen das Evangelium ablehnen, oder, was noch viel schlimmer ist, wenn sie dem Evangelium gegenüber gleichgültig sind. Wie oft wurde ich dann verzagt, zweifelte und fiel in Kleinglauben. Das haben die Apostel auch erlebt. Paulus wurde sicherlich mit seiner Botschaft nicht überall mit offenen Armen empfangen. Ich fühlte mich so oft in meinen Leben als Diener des Evangeliums wie einst Elia unterm Wacholderstrauch und meinte, es ginge gar nichts mehr. Doch dann hörte ich die Mut machende Stimme: steh auf und mach weiter. Denn: es gab auch bei mir immer wieder ein Morgen, und die Kraft des heiligen Geistes eröffnete mir wieder ein neues Land, das ich einnehmen durfte. Ich betrat das Land und erlebte ganz neu, dass das Evangelium läuft und läuft wie durch alle Jahrhunderte, so auch heute. Halleluja!


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