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Zurück zur Grundhaltung

Claudia Schmidt über Jesaja 48,17.

Bibelvers

Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst.

Jesaja 48,17

Ich finde es spannend, Neues zu lernen und mich weiterzuentwickeln – sei es beruflich oder auch privat. Dabei ist es echt wertvoll, einen guten Lehrer oder Trainer zu haben, der mir hilft, ein Stück vorwärts zu kommen. Die eigene Einstellung spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Ich muss bereit sein, mich korrigieren zu lassen und auf andere zu hören. Und manchmal ist es auch dran, ein paar Schritte rückwärts zu gehen – nochmal die Grundlagen durchzukauen – bevor ich dann ein Stück weiterkomme. Das fühlt sich mitunter falsch an. Ist aber oft der einzig hilfreiche Weg.

Beim Skifahren habe ich das erlebt. Ich habe an einem Skikurs teilgenommen, um mein Können etwas auszubauen. Dabei wurde ich in eine Gruppe eingeteilt, die meiner Meinung nach unter meinem Niveau lag. Für einen Moment habe ich überlegt, die Gruppe zu wechseln, weil ich dachte: „Da lerne ich ja nichts.“ Aber dann bin ich doch geblieben und habe brav alle Übungen mitgemacht, wo es einfach nur um die richtige Grundhaltung ging.

Dabei ist der Skilehrerin aufgefallen, dass ich bei der Gewichtsverlagerung einen ganz grundsätzlichen Fehler mache. Ich hatte es mir falsch angewöhnt. Sie zeigte mir, wie es richtig aussehen muss. Wir haben ein paar Übungen gemacht. Irgendwann hat es in meinem Kopf „Klick“ gemacht. Ich konnte es umsetzen und anders machen. Und plötzlich war Skifahren so viel einfacher. Das Fahren hat weniger Kraft gekostet und viel mehr Spaß gemacht. In diesem Kurs habe ich richtig viel gelernt und konnte einen großen Schritt nach vorne tun.

In der Bibel, im Buch Jesaja, wird von Gottes Volk Israel berichtet. Auch sie sollen von Gott lernen und auf seine Anweisungen hören. Das tun sie aber nicht. Sie gehen lieber ihre eigenen Wege. Sie kehren Gott den Rücken zu und beten andere Götzen an. Sie schmieden Allianzen mit anderen irdischen Großmächten, anstatt auf Gottes Macht und Weisheit zu vertrauen. Es gibt viel Unfrieden und soziale Ungerechtigkeit im Volk. Die Israeliten sind eigensinnig und scheinbar unfähig, aus ihren Fehlern zu lernen.

Mit viel Geduld und Wohlwollen schaut Gott sich Israels Wandel an. Bis er irgendwann ein Machtwort spricht. Durch den Propheten Jesaja lässt er seinem Volk mitteilen: „Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst.“ Dieser Vers steht im Buch Jesaja, im Kapitel 48, Vers 17.

Israel war nicht bereit, auf Gott zu hören und von ihm zu lernen. Neben Jesaja gab es noch einige andere Propheten, die versucht haben, die Menschen auf den richtigen Weg zu bringen. Leider ohne Erfolg. Es fehlte der Wille, sich korrigieren zu lassen und Fehler einzugestehen. Das führte dazu, dass ihr Leben friedlos und anstrengend war und sie nicht den Segen von Gott empfingen, den er eigentlich für sie vorgesehen hatte. Das wird in den nachfolgenden Versen in Jesaja 48, ab Vers 18 deutlich.

Ich muss mir heute auch die Frage stellen: Lasse ich mich von Gott leiten? Höre ich auf ihn und bin ich bereit von ihm zu lernen? Oder gehe ich lieber meine eigenen Wege. Versuche ich vielleicht sogar, Gott dahin zu leiten, wo ich ihn gerne hätte?

Beim Skifahren habe ich die Leichtigkeit und Freude am Fahren erlebt, weil ich bereit war, mich korrigieren zu lassen. Ich denke im Leben mit Gott ist es ähnlich. Im Buch Jesaja verspricht Gott denen, die auf ihn hören, Frieden und Gerechtigkeit. Das hört sich für mich auch nach Leichtigkeit und Freude an.

Und es ermutigt und motiviert mich, auf Gott zu hören und von ihm zu lernen. Vielleicht heißt es auch mal, ein paar Schritte rückwärts zu gehen, um an der Grundhaltung zu arbeiten. Aber dann wird es auch wieder vorwärts gehen, gemeinsam mit Gott, mit mehr Freude, Kraft und Schwung.


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