/ Wort zum Tag

Ins Leben gerufen durch Jesus

Andreas Schenk über Epheser 2,10.

Bibelvers

Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Epheser 2,10

Jeder Fluss hat eine Quelle. Und später eine Mündung. Ohne Atem gibt es keinen Gesang. Und ohne Stimmbänder keine Stimme. Dabei ist jeweils die Reihenfolge entscheidend. Das gilt auch für den heutigen Lehrvers aus Epheser 2, Vers 10:

Wir sind sein Werk, geschaffen in Jesus Christus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“        Eph. 2,10

„Wir sind sein Werk …“ Dieses Werk ist die Voraussetzung für all das, was anschließend gesagt wird. Wir sind Gottes Werk. Wir sind nicht einfach zufällig da. Wir sind mehr als die Folge von biologischen Prozessen und mehr als die Frucht der Liebe zwischen zwei Menschen. Wir sind Gottes Geschöpfe. Wir sind von ihm gewollt und bejaht.

„Ja, ich bin von Gott geschaffen, gewollt und bejaht!“ Das ist eine Glaubensaussage. Ohne ist der nächste Teil des Verses nicht denkbar: „ ... geschaffen in Jesus Christus zu guten Werken ...“

Die moderne Bibelübertragung „Willkommen daheim“ hilft mir, diese Aussage besser zu verstehen: „Ins Leben gerufen durch Jesus Christus“, heißt es darin. Ähnlich klingt es im 2. Korintherbrief 5, Vers 17: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur …“. Der Glaube an die Schöpfung, an die Erlösung durch Jesus Christus und an die damit verbundene Gnade Gottes gibt unserem Leben eine neue Grundlage. Auf dieser Grundlage steht unsere Berufung und Befähigung zu guten Werken im Sinne von Jesus Christus.

Für die „guten Werke“ wird im griechischen Urtext ein anderes Wort gebraucht, als bei der einleitenden Feststellung, dass wir «sein Werk» sind. Die „guten Werke“ sind meine Aufgaben. Sie bezeichnen das, was wir durch unser Tun hervorbringen können. „Sein Werk“ meint das, was von Gott ins Leben gerufen wurde, das von ihm Erschaffene. Ohne das aber, ist das Zweite nicht möglich … „geschaffen zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat …“

Was ist damit gemeint? Wohl, dass diese Werke und Aufgaben schon vorbereitet worden sind. So, dass wir nur noch tun müssen, was vor unsern Füßen liegt, was in unsere Hände gelegt wurde. So, dass wir darin wandeln und handeln können.

Mir fällt dazu die Geschichte des barmherzigen Samaritaners ein. Am Ende davon steht die Aufforderung Jesu: „So geh hin und tu desgleichen.“ (Lk. 10,37). Nächstenliebe und gute Werke sind nicht nur Taten, sondern vorab auch eine Kopf- und Willenssache. Sie sind eine Frage der Entscheidung, nicht vorüberzugehen …

Wichtig ist die Reihenfolge. Es ist nicht diese gelebte Nächstenliebe, die mich Gott näher bringt. Vielmehr sind die Gottes- und Christusnähe die Grundlage dafür. Und darin kann ich dann wohl wieder die Nähe von Christus wahrnehmen. Der Abschnitt vor dem Lehrvers macht dies deutlich:

Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.   Eph. 2,8-10

 


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