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Gedanken zur Tageslosung

Michael Pietras über Jeremia 3,14.

Bibelvers

Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen und will euch bringen nach Zion.

Jeremia 3,14

"Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder", spricht der Herr, "denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen und will euch bringen nach Zion."

Wer sagt das? Es ist der Prophet Jeremia. Der feinsinnige, feinfühlige Priestersohn Jeremia wird sehr jung zum Propheten berufen. Er wächst in Anatot auf – in der Zeit der Tempelreform des Königs Josia, der ein Anliegen vertritt: zurück zum Wort Gottes – zu Gott selber. Jeremia ruft zur Umkehr/Buße und muss viel leiden. Insgesamt gesehen war Jeremia ein sogenannter „Unheilsprophet“, der das Strafgericht des Herrn verkündete, um beim Volk Umkehr, Hinwendung zu Jahwe und Erfüllung seines Willens zu bewirken.

Zurück zum Text.

„Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder“, spricht der Herr, „denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen und will euch bringen nach Zion.“

„Kehrt um Kinder“, so lese ich den Text. „Haltet an, kommt zurück, Kinder“, sagt der Vater im Himmel. Es spricht nicht in erster Linie der HERR, sondern vor allem der Vater, der seine Kinder liebt. Aber Gott ist nicht nur barmherzig, er ist auch ehrlich! Abtrünnige nennt er seine Kinder. Abgetrennt, getrennt von ihm - in Gedanken, Worten und Werken. Das ist ja nichts Neues unter der Sonne -der Mensch von damals ist der gleiche wie heute - Gott weiß es.

Im Jeremiabuch lesen wir wirklich von einem Hol- und Bringservice, von Dienstleistung, von Service und Gottesdienst. Abtrünnige nach Hause holen - so lese ich Jeremia 3,14 in „Leichter Sprache".

Charles de Foucauld sagte einmal: „Es gibt keinen Augenblick im Leben, in dem wir nicht einen neuen Weg einschlagen könnten." Das ist relativ leicht gesagt, aber schwerer zu leben. Viele Menschen haben Angst, aus der Gnade oder der Nähe Gottes zu fallen oder gefallen zu sein. Gott, der Vater, holt uns ab, geht uns entgegen wie der Vater beim Verlorenen Sohn. Er will uns nach Hause bringen. Zion deute ich als Ziel und Ewiges Zuhause bei Gott, als das himmlische Jerusalem.

Übrigens: Heute vor exakt 100 Jahren ist Nelson Mandela geboren (18.7.1918). Sein Leben lang hat er um Abtrünnige und Nichtabtrünnige gekämpft - jahrzehntelang davon im Gefängnis. Er hat viele Menschen abholen können an manchen Punkten ihres Lebens.  Aber eines konnte er nicht: Den Einzelnen nach Zion bringen!!!!!

Vielleicht wollen Sie einzelne Menschen nach Hause zu Gott bringen. Aber auch Sie schaffen das nicht. Wir können niemanden retten. Das kann nur Gott allein. Aber wir können es einem Menschen schwer machen, verloren zu gehen.

Wie denn? Indem wir ihn vor Gott bringen, d.h. für ihn beten. Trotz Schuld, Verfehlung, Sünde.......hab keine Angst, aus der Gnade herauszufallen....... Gott (ver-) spricht: Ich will dich holen wie ein liebender Vater seinen "extrabreiten" Sohn , und ich will dich nach Hause bringen, (auch wenn du nicht mehr gehen kannst).

Die Frage ist: Willst Du?

Ich wünsche Ihnen heute einige kleine Schritte auf dem Weg zum Ewigen Zuhause. Es ist nie zu spät.


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