/ Wort zum Tag

Eine Quelle, die alle erfrischen kann

Andreas Schenk über Apostelgeschichte 10,36.

Bibelvers

Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.

Apostelgeschichte 10,36

Heute geht‘s ans Eingemachte. Der Apostel Petrus redet nicht lange um den heißen Brei herum. Er sagt: „Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.“ (Apg. 10,36).

Der heutige Lehrvers steht in Apostelgeschichte 10, Vers 36. Gefolgt von einer kompakten und gradlinigen Verkündigung des Evangeliums. In knapp zehn Versen sagt Petrus alles Wesentliche über die Botschaft von Jesus Christus. Die Folgen dieser Kurz-Predigt sind eindrücklich: „Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten.“ (Apg. 10,44)

An diesen Auswirkungen zweifelt niemand. Alle merken: Die Zuhörenden haben den Heiligen Geist empfangen. Doch gerade dadurch wird die Geschichte zum Skandal, zum Ärgernis. Und zwar nicht für die Heiden, Griechen oder Pharisäer - nein, für die christusgläubigen Juden in der Gemeinde. Denn aus ihrer Sicht fällt der Heilige Geist hier auf Ungläubige.

Steht das nicht im Widerspruch zum Lehrvers? „Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.“ (Apg. 10,36). Nur auf den ersten Blick! Wohl wurde das Wort durch Jesus Christus vorab „dem Volk Israel“ gesandt. Aber dieser Christus ist der Herr über alle und alles. Petrus erkennt dies. Im vorangehenden Vers wird er so zitiert: „… sondern in jedem Volk, wer Gott fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“ (Apg. 10,35).

Ja, Gottes Wort und sein Heilshandeln ist einzigartig. Es schließt aber keinen aus, der davon hört. Es gilt nicht nur Israel, nicht nur den Juden, den evangelikalen Christen oder den „Gleich-Gläubigen“. Ohne die Begegnung von Petrus mit dem römischen Hauptmann Kornelius, ohne die Bekehrung von Paulus und seiner Öffnung für die Heiden, hätte sich das Christentum wohl kaum über die Welt ausgebreitet. Ja, „Israel“ bzw. das Judentum sind das Quellgebiet. Aber niemand kann den Heiligen Geist daran hindern, dorthin zu fließen, wo Gott es will.

Mit Quellen kennen wir Schweizer uns ja aus. Die großen Flüsse Rhein und Rhone entspringen bei uns. Doch wir können nicht verhindern, dass dieses Wasser weiterfließt und auch andernorts Leben spendet, reinigt und erfrischt. Das soll es auch. Möglichst sauber und in der richtigen Menge.

Könnte es beim Evangelium von Jesus Christus ähnlich sein? Für die Ausbreitung des Christentums sind die hier beschriebenen Geschehnisse und die folgende Öffnung für die damalige Welt entscheidend. Die Juden Petrus und Paulus haben mit Heiden gegessen, ihnen von Jesus Christus erzählt und sie getauft. Das war ein Tabubruch. Die Kritik mancher jüdischer Christen war groß. Doch Gott selber hatte den Aposteln diesen Weg gewiesen. Es war ein Weg in die Weite, im klaren Wissen um die Quelle.

Auch wir Christinnen und Christen im 21. Jahrhundert können und sollen das Evangelium nicht für uns behalten. Es soll durch unser Sein, unsere Taten und Worte weiterfließen. Über unsere persönlichen und nationalen Grenzen hinaus. Den richtigen Weg dazu zeigt uns Gott.


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