/ Lied der Woche

Bei dir, Jesu, will ich bleiben (3/7)

Ein Lied und seine Bedeutung.

„Bei dir, Jesu, will ich bleiben“Philipp Spittas Entscheidung für ein Leben im Dienst des Gekreuzigten und Auferstandenen hat sich schon in seiner Göttinger Studentenzeit abgezeichnet. Da hat er sich vor eine verlockende Alternative gestellt gesehen: In einem literarischen Zirkel mit seinem Kommilitonen Heinrich Heine die eigene Sprachkunst vervollkommnen, das dichterische Talent weiter entwickeln und der hohen Kunst, der Muse widmen – auch das wäre ihm möglich gewesen. Aber Spittas Weg hat ihn eben doch ins geistliche Amt geführt. Und da war eine andere Sorte Dichtkunst gefragt – geerdet, schlichter Satzbau, nicht verkünsteln, die Sprache der einfachen Leute pflegen und eben nicht das Bildungsbürgertum hofieren. Ein Liedtext wie „Bei dir, Jesu, will ich bleiben“ wird keine Lyrikpreise gewinnen, es ist Gebrauchsdichtung, aber auch die verrät das feine Besteck des Könners. Zu Spittas Zeiten wurden und heutzutage werden eine Menge holprige Verse gedrechselt, und die sind dann auch nicht so gut singbar. Nicht zu alten – und nicht zu neuen Melodien. Bei Spittas Text ist das anders. Der hat eben Qualität.



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Kommentare

Von Gebhard K. am .

Guten Tag,
die neue Melodie des aktuellen Liedes der Woche ist echt gelungen. Würden Sie mir bitte das Notenblatt zuschicken?
Darf dieses Lied in der Gemeinde gesungen werden oder ist rechtlich etwas zu bedenken?
Bei dieser Gelegenheit noch ein Hinweis: Ich höre morgens bei meinem Frühsport regelmäßig aufgeweckt. Vielleicht könnten die Moderatoren etwas häufiger die Uhrzeit ansagen. Aber vielleicht würde das andere stören, dann ist es auch o.k. wenn die Uhrzeit so angesagt wird wie aktuell.


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