/ Lied der Woche

O Heiland reiß die Himmel auf (3/7)

Ein Lied und seine Bedeutung.

Sarah Kaiser, „O Heiland reiß die Himmel auf", ein Lied, das aus einer finsteren Zeit stammt. Und doch haben gerade solche Zeiten geistlichen Tiefgang ermöglicht. Eine Sehnsucht nach Gott kommt oft dann auf, wenn Menschen jeden Tag ihre Bedürftigkeit erleben. So wie vor 400 Jahren, mitten im Dreißigjährigen Krieg. Das Kommen Gottes erschien wohl als einzige Hoffnung, um das von Menschen gemachte Leid zu beenden.

Der aufgerissene Himmel – das wäre so ein Signal, dass Gott nicht nur das Leiden mit ansieht, sondern selbst tatkräftig eingreift. Der Beginn des Liedes greift einen Ruf des Propheten Jesaja auf: „Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen“ (Jes 63,19).

Wer einen Satz mit „ach“ oder „o“ beginnt, bedient sich einer Sprachform, mit der man Gott sein Leid klagt. Für mich zeigt das: Advent ist weniger die Zeit der „Weihnachtsbäckerei“ als die Zeit, wo ich mein Inneres Erleben vor Gott bringen kann. Ich möchte mir mehr Zeit dafür nehmen, Ihm zu sagen, wo ich Ihn brauche.



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