/ Lied der Woche

Kommt und hört mir zu (7/7)

Ein Lied und seine Bedeutung.

„Kommt und hört mir zu, die ihr Gott vertraut” – Bill Batstones Lied in der deutschsprachigen Fassung von Lothar Gassmann, arrangiert von Jochen Rieger und 1994 eingespielt mit dem Chor Perspektiven und Sängern des Schulte & Gerth Studiochores. Vorlage war ein knapp 3000 Jahre altes Lied aus dem Gesangbuch Israels, aus den Psalmen. Psalm 66 um genau zu sein.

 

Von den 150 Psalmen, die uns überliefert sind, beginnen viele mit Anweisungen für den Vortrag. Da steht dann zum Beispiel „zum Flötenspiel“ oder „mit der achtsaitigen Harfe zu begleiten“ – oder „zum Reigentanz.“ Gut ein Drittel der Psalmen beginnt mit dem Satz „Für den  Chorleiter“ oder „Chormeister“ oder „Vorsänger“ oder auch „Für den Dirigenten“, abhängig davon, welche Bibelübersetzung man aufschlägt. So eindeutig ist die hebräische  Wendung „Lamnazeach“ leider nicht. Das betrifft auch Psalm 66. Martin Luther ist dem Problem ausgewichen; er spricht in seiner Übersetzung einfach von einem „Psalmlied“, als ob es eine eigene Liedgattung wäre. Wie auch immer: Die Chorleiter oder Chormeister oder Vorsänger oder Dirigenten sind bei diesem Lied persönlich gefordert. Nur wenn sie sich das Liedes zu eigen machen, wenn es ihre eigene Erfahrung und innere Überzeugung ist, nur dann können sie seine Botschaft auch überzeugend anderen zusingen. „Kommt her, hört zu, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat.“



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