/ Lied der Woche

Siehe, ich will ein Neues schaffen (5/7)

Ein Lied und seine Bedeutung.

In der zweiten Strophe ist von dunklen Wegen die Rede. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man auf dunkle Wege geraten kann: durch eigenes Verschulden, durch Krankheit oder schlimme Umstände. Manchmal geschieht es auch durch die Schuld anderer Menschen.

Ich schrieb dieses Lied in Paraguay. Dort hatte kurz vor unserer Ankunft Andy, ein junger Mann aus der Gemeinde, einen fürchterlichen Motorradunfall. Er berichtete später darüber:

„Es rammte mich ein Auto, mein Motorrad ging in Flammen auf und ich fiel bewusstlos auf das brennende Motorrad. Der Unfallverursacher half mir nicht. Ein Arzt im nachfolgenden Auto leistete Erste Hilfe. Dann fing mein Überlebenskampf an. Seitdem wurde ich ungefähr 50 Mal operiert. Mit Verbrennungen am ganzen Körper, vielen Brüchen, Wunden und komplizierten Entzündungen lag ich wochenlang im Koma.“

Dann schreibt Andy weiter: „Mit der Hilfe Jesu konnte ich dem Täter vergeben, und das gab mir ein unsagbar befreiendes Gefühl. Aber manchmal kommen in mir wieder die Hassgefühle gegenüber dem Täter auf. Es ist für mich schwer zu verstehen, dass wir als Familie durch so viele Schwierigkeiten gehen müssen, auch finanziell. Aber Gott spricht: »Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr´s denn nicht?«“

Ich konnte Andy mit seinen großen Behinderungen, einem amputierten Bein und dem entstellten Gesicht nach einigen Jahren noch einmal treffen. Er lachte und strahlte: „Ich kann vergeben.“ Und dann sangen wir gemeinsam „El Señor es mi pastor – Der Herr ist mein Hirte.“



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