/ Wort zum Tag

Von Gott her leben

Rainer Kunick über Römer 12,2.

Bibelvers

Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Römer 12,2

Es soll einen frommen Mann gegeben haben, der keinen Fernsehapparat in seinem Hause haben wollte. Aber als er alt und allein war und auch nur noch wenig aus dem Haus gehen konnte, bestellte er doch einen. Als das Gerät angeliefert wurde und er auf dem Karton las „Fernsehen bringt ihnen die Welt ins Haus“, soll er gesagt haben: „Nehmt den Fernsehapparat gleich wieder mit, denn mit der Welt will ich nichts zu tun haben“.

Sie lächeln vermutlich über diese nette Geschichte wie ich, weil wir ja wissen, dass wir in der Welt leben und uns ihr nicht entziehen können. Die entscheidende Frage aber ist: Übernehmen wir alles, was die anderen sagen und tun, empfangen wir unsere Impulse vom  „Mainstream“  unserer Zeit, dem, was vorherrscht, oder von Gott? Der Apostel Paulus gibt uns den Rat, ja mehr noch die Anweisung: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.(Römer 12,2).

Es muss ein „Ruck“ durch Deutschland gehen, hat der frühere Bundespräsident Roman Herzog einmal gesagt und meinte damit, aus Gleichgültigkeit und Anpassung aufzubrechen. Muss auch so ein „Ruck“ durch uns Christen gehen, damit wir uns durch Erneuerung unseres Sinnes ändern? Manchmal wünsche ich mir das auch.  Aber Paulus weiß, dass wir oft dazu zu schwach sind. Deshalb redet er im Zusammenhang unseres Gottes Wortes von der Barmherzigkeit unseres Gottes, die uns verändert.  Er will uns die Kraft geben, unseren Sinn zu erneuern und von ihm her in unserer Welt, dort wo wir leben und arbeiten, zu wirken. Wichtig ist, dass wir immer wieder uns an die Kraftquelle Gottes anschließen, um genug Energie für unser Leben zu bekommen. Als ich vor einiger Zeit in einem ICE fuhr, wurde mir das besonders deutlich: Wir saßen alle sehr gemütlich in unserem Waggon. Einige lasen, andere arbeiteten am Laptop, der Kaffee schmeckte, die Raumtemperatur stimmte.  Es war richtig schön. Allerdings standen wir schon eine halbe Stunde auf der Strecke. Als dann die Durchsage kam: „Wir bitten um Entschuldigung, wir haben einen Oberleitungsschaden“, dachte ich spontan: So ist das oft auch in unseren Gemeinden und in meinem Leben. Wir haben uns bequem eingerichtet, aber kommen nicht von der Stelle. Wenn wir uns an Gottes Kraftquelle anschließen, nimmt  auch das Leben in unseren Gemeinden und mein eigenes Leben wieder Fahrt auf in die richtige Richtung, hin zum Ziel. Gott will uns helfen, unseren Sinn zu erneuern, damit wir prüfen können, was Gottes Wille ist. Wir leben ja in einer Zeit, in der viele Informationen und Meinungen auf uns einströmen, in der die öffentliche Meinung eine große Macht hat. Die Kölner sagen so schön: „Wat krisse heute nit alles in den Kopp jeklopt“.

Wenn wir von der Energie Gottes her leben, können wir prüfen, was Gottes Wille und was gesellschaftliche Meinungsmache ist – und unser Leben dann immer wieder neu nach ihm ausrichten. Dann wird auch Gottes Wille ein Stückweit trotz aller Brüche in unserem Leben und unserer Schuld, die wir immer wieder begehen, durch uns deutlich werden: Das Gute, das Wohlgefällige, das Vollkommene. Unsere Welt braucht heute solche Menschen, Menschen die hellwach sind bei allem, was in unserer Welt geschieht, die Zeitung lesen, Nachrichten aufnehmen und  für das Geschehen in unserer Welt beten und die auch hier und da ihre Stimme erheben. Dag Hammarskjöld, der erste UNO-Generalsekretär von 1953 bis 1961, ein bekennender Christ, hat es einmal so gesagt: „Einmal hast du mich gepackt Gott – und so war mein ganzes Leben ein Leben für dich mitten in der Welt.“

 


Kommentare

Von uwR am .

Guten Morgen Herr Kunick,
Sie sprechen von der gesellschaftlichen Meinungsmache. Sie haben vollkommen recht. Was ich allerdings erlebe ist die angenommene Meinungsmache in der kirchlichen Organisation. Das Fähnchen in den Wind hängen ist u.a. ein Grund aus dem sie Gemeindeglieder zurücknehmen und gehen.
Sie verlassen das "Profitcenter" Kirche weil dort auch sehr oft das Geld im Vordergrund steht. Die Strukturen lassen doch einem Pastor kaum noch die Zeit sich um die Menschen zu kümmern, ihnen mehr


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