/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Willi

Oliver Jeske über Lukas 2,18

Bibelvers

Da die Hirten es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.

Lukas 2,17–18

Ich möchte Ihnen von einem ganz besonderen Menschen erzählen: Er heißt Willi und lebt schon lange nicht mehr. Willi hat in meiner Heimatgemeinde immer den Kirchenvorplatz gefegt. Er war ein unersetzliches Teil unserer Gemeinschaft – mit seiner Arbeit, aber auch mit seiner Art. Willi lebte mit geistigen Einschränkungen.

Eines Tages sagte Willi zu mir: „Oliver, ich habe dich so gern. Ich möchte dich einfach in den Arm nehmen.“ Und er tat es. Das tat gut. Zwei Wochen später starb er überraschend. Willi war heimgegangen zu seinem Himmlischen Vater.

Das hat mich tief berührt. Wie kann ein Mensch mit stark eingeschränkten Fähigkeiten Großes bewirken? Willi hat es mir gezeigt. Er war nicht fähig zu berechnendem Handeln, zu einschmeichelnden Bemerkungen. Gerade deshalb wurde Willi zu einem Boten der echten bedingungslosen Liebe Gottes für mich.

Gott hat mich durch Willi überrascht. Genauso muss es vor über zweitausend Jahren den Menschen in und um Bethlehem gegangen sein. Plötzlich begegnen sie Hirten, die ihnen als Augenzeugen von einem Kind in einem Stall berichten, das der Sohn Gottes ist.

Und dann heißt es:

Alle, die ihren Bericht hörten, waren darüber sehr erstaunt.

Einfache Menschen, wenig wortgewandt, werden auf einmal zu wichtigen Zeugen für das, was Gott an Weihnachten getan hat. Die Menschen damals staunten. Ich verstehe dieses Staunen, denn ich  kannte Willi.

Willi wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ich bin Gott dankbar für das, was er durch ihn getan hat. Genauso bin ich Gott dankbar für die Augenzeugenberichte der Hirten, durch die wir – Sie und ich – erfahren können: Gott hat vor mehr als 2.000 Jahren Erstaunliches in Bethlehem getan.

 


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.