/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Unberechenbar

Hans Wagner über Psalm 44, Vers 27.

Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!

Psalm 44,27

Das, was mich in der aktuellen Zeit am meisten stört, ist diese Unberechenbarkeit. Wenn jetzt jemand sagen würde: "Noch 6 Wochen, dann ist unser Leben wieder normal"! Da würde ich mich zusammenreißen und dann ist gut. Aber so ist es nicht. Und so ist auch das Leben nicht. Das wird uns gerade deutlich vor Augen geführt.

Ziele, die berechenbar sind, machen unser Leben meistens einfacher. Da hinein würde auch ein berechenbarer Gott passen, so in Richtung: Wenn ich das oder das tue, dann wird Gott es mir gut gehen lassen. Aber: So ist auch Gott nicht. Also er ist schon gleichbleibend, stetig, der beständige und verlässliche Gott. Aber berechenbar? Nein. Das musste schon mal eine Gruppe von Menschen im Alten Testament deutlich erleben. In ihrem Gebet in Psalm 44 führen sie Gott ihr anständiges und gottgefälliges Leben vor Augen, um dann die Frage zu stellen: Warum hast du trotzdem zugelassen, dass die Feinde uns besiegt haben? Ihre Rechnung mit Gott ging nicht auf. Und jetzt? Vergiss diesen Gott, da ist kein Verlass? Das Gebet endet anders: Erhebe dich! Komm und hilf uns! Rette uns um deiner Gnade willen! Mir zeigt dieses Gebet einmal mehr, was ich oft in einem Lied an Gott singe: Allein deine Gnade genügt! Es ist nicht mein Verdienst, nicht meine Kraft und schon gar nicht meine Belohnung - es ist die Gnade Gottes, die mich leben lässt. Und daran festzuhalten, auch wenn meine eigene Rechnung mal nicht aufgeht, das heißt, Gott zu vertrauen. So ein Gebet hilft mir dabei.



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