/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Raus aus dem schwarzen Loch

Andreas Odrich über Psalm 30,4

Bibelvers

HERR, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurückgerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren.

Psalm 30,4

Ist Gott weg? Hat er den Kontakt abgebrochen? König David kommt es so vor. In einem seiner Psalmen klagt er darüber. David kann genau beschreiben, wie es sich anfühlt, wenn er sich wörtlich von Gott verlassen fühlt.

Die ganze Situation kommt ihm vor, als hocke er in einem schwarzen Loch und wäre dabei noch umzingelt von seinen Feinden. Wer die Geschichte Davids kennt, der weiß, dass dies keine bloßen Hirngespinste sind. Angst und Bedrohung hat David handfest erlebt.

Doch genau in solchen Momenten bleibt für David eben nicht nur die blanke Verzweiflung. David kann auch auf einen ganz anderen Erfahrungswert zurückgreifen. Und den holt er sich jetzt ins Gedächtnis:

"Herr, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurück gerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren."

Das ist die andere Seite. David lässt sich also nicht einfach von einer scheinbar ausweglosen Situation erdrücken. Er ruft sich in Erinnerung, dass Gott ihn wiederholt gerettet hat aus tödlicher Gefahr. Das gibt ihm erneut Halt - und so verliert die bedrohliche Lage, in der er steckt, ihre Schärfe. Ein Ausweg ist möglich.

Genau davon lebt auch der Advent. Wir stehen in der Spannung zwischen Dunkelheit und Licht. Wir kennen die Schwere des Augenblicks, aber wir leben auf Weihnachten zu, die Zeit des Lichts und dem Beginn von etwas völlig neuem. Und genau in dieser Spannung begleitet mich Davids Psalm 30. Ein Adventspsalm, der mich raus aus dem schwarzen Loch hin ins Licht führen kann.



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