/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Ein harter Zuspruch

Andreas Odrich über Psalm 60,14

"Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsere Feinde zertreten.“ Wenn ich diesen Vers in der Bibel lese, dann komme ich ins Stocken. Ist das nicht ein Widerspruch zu dem, was Jesus Christus gesagt hat: „Liebt eure Feinde, tut wohl, denen, die euch hassen“ (Lukas 6,27)

Verständlich wird mir der Vers mit den zertretenen Feinden erst dann, wenn ich ihn im Zusammenhang mit den Umständen lese, in denen er geschrieben wurde. Er stammt von David und steht in Psalm 60. David hat als König sein Land zu führen und vor Feinden zu verteidigen. Diese Herkulesaufgabe lässt auch David verzweifeln und mutlos werden. Doch dann besinnt er sich darauf, dass diese Aufgabe nicht allein auf seinen Schultern ruht. Gott hat David berufen, und Gott ist es daher auch, der ihm die Kraft zu diesem Amt schenkt. Gott sorgt wie ein Schutzschild dafür, dass David und seinem Volk diese Feinde nichts anhaben können.

Ich denke mir, dass man diesen Vers im heutigen Israel auch heute noch viel existenzieller und wortwörtlich liest, weil der jüdische Staat immer noch realen Bedrohungen ausgesetzt ist. Als Deutscher will ich mich diesbezüglich mit Belehrungen und abschließenden Urteilen zurückhalten. Als Christ für mich persönlich kann ich diesen Vers aber als Trost lesen – ich muss mich eben nicht auf mich allein verlassen, meine eigentliche Kraft und Hilfe kommen von Gott. Und das ist eine riesige Entlastung, die ich - wie David damals in seiner Situation – auch heute für mich in Anspruch nehmen darf.

 


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