/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Komplimente

Oliver Jeske über Prediger 7,29

Bibelvers

Gott hat den Menschen aufrichtig gemacht; aber sie suchen viele Künste.

Prediger 7,29

Ich erinnere mich noch wie heute: Ich war Berufsstarter bei einem kleinen lokalen Radiosender. Die Kollegen suchten einen Sprecher für einen Nachrichtentext. Und dann sagte der Chef vom Dienst: „Lasst das mal Oliver machen, der macht das gut.“ Dieses Kompliment ging runter wie Öl. Warum? Weil ich das Gespräch zufällig aufgefangen hatte. Mein Vorgesetzter konnte wahrscheinlich nicht wissen, dass ich gerade zugehört habe.

Ist es nicht bitter? Wie oft gehe ich davon aus, dass hinter Komplimenten Berechnung steckt. Ich nehme gute Worte an mich nicht wirklich ernst, weil ich hier und da die Erfahrung gemacht habe: Manches Wort ist oberflächlich, unüberlegt oder sogar unehrlich und berechnend.

Einer, der dieses Verhalten akribisch untersucht hat, war vor drei Jahrtausenden der israelitische König Salomo. Er kommt zu dem Schluss:

„Gott hat den Menschen aufrichtig gemacht; doch er verstrickt sich in Machenschaften.“

Ja, Menschen können enttäuschen. Und beim Thema Aufrichtigkeit muss mich hier und da auch selbst an die Nase fassen. Doch ich will mein Vertrauen in Menschen nicht aufgeben – besonders nicht mein Vertrauen in die, die mich lieben. Aber auch generell möchte ich Menschen mit einem Grundvertrauen gegenübertreten.

Weil Gott mir als Christ seinen Geist gibt, kann er mir auch helfen, die Geister zu unterscheiden. Dann kann ich ehrlich gemeinte Komplimente als das annehmen, was sie sind: Komplimente. Sie werden zu einem Geschenk Gottes an mich.


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