/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Wer sucht nach den verlorenen Schafen?

Stefan Loß über Matthäus 18,12.

Bibelvers

Jesus spricht: Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hätte und eins unter ihnen sich verirrte: Lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte?

Matthäus 18,12

Vor einigen Jahren kam ein umstrittener Film in die Kinos. Da wurde Jesus gezeigt, wie er sich mit zwielichtigem Volk einlässt. Dieser Jesus im Kino hat seine Zeit mit Räubern, Mördern und Prostituierten verbracht. Ein Aufschrei ging damals durch die Medien. Christen haben sich darüber aufgeregt, dass Jesus so präsentiert wurde. Es gab Proteste und heiße Diskussionen vor den Kinos. Ehrlich gesagt hat mich das ziemlich überrascht. Ist es nicht genau der Jesus, von dem uns die Bibel berichtet. Der, der sich mit Ehebrechern, Prostituierten und Verbrechern umgibt? Nachzulesen im Neuen Testament. Dort lesen wir auch, wie Jesus sich für sein Verhalten vor seinen Nachfolgern rechtfertigt. Im Matthäusevangelium steht: „Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hätte und eins unter ihnen sich verirrte: lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte?“ Der gute Hirte auf der Suche nach den verirrten Schafen. Ein schönes Bild. Jesus sieht in diesem Hirten sich selbst. Und wenn wir ihn als Christen uns zum Vorbild nehmen, heißt das doch auch: „Geht hin und sucht das Verirrte.“ Die Menschen, die im Schatten leben, ohne Ziel und ohne Hoffnung. Es ist schön, wenn ich es als „Schaf“ gemütlich habe in der Gemeinde mit anderen "Schafen". Aber wer ist es denn, der nach den Verlorenen sucht, nach denen, die im Dunkeln sind, die Angst haben und keine Hoffnung? Sollte ich damit gemeint sein? Wer sonst?  


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