/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Voll verlaufen

Tobias Schier über Klagelieder 5,21

Bibelvers

Bringe uns, HERR, zu dir zurück, dass wir wieder heimkommen; erneure unsre Tage wie vor alters!

Klagelieder 5,21

Ich habe ja eine Vergangenheit als Pfadfinder und ich erinnere mich noch gerne zurück an die Zeit der Wanderlager und Querfeldein-Märsche. Ich erinnere mich an dichtes Dornengestrüpp, durchwatete Bäche und vor allem an eins: Die Momente in denen wir uns hoffnungslos verlaufen hatten. Mitten in den Vogesen, mutterseelenallein – eine Karte in der Hand und doch keine Ahnung wo wir waren. Wohlgemerkt – handys, googlemaps oder sonstwas gabs zu der Zeit noch nicht …

Das sind Situationen, in denen sehnt man sich nach einem Zeichen von Zivilisation: Ein beschilderter Wanderweg, eine Straße, ein Spaziergänger, der hilft. Das sind Situationen, in denen fange ich an zu beten. Wenn ich mich verlaufen und keinen Plan habe, wo ich bin, dann ist Gott mein Satellit. Er kennt meine GPS-daten und weiß genau wo ich bin. Er kann mich wieder auf den Weg bringen. Das gilt nicht nur im tiefsten Wald, das gilt auch und vor allem in meinem Leben. Die Israeliten wussten das. Deswegen klagen sie in der dunkelsten Stunde im Alten Testament: „Herr bring uns wieder zurück zu dir, damit wir uns wieder zu dir hinkehren.“  Gott allein kennt den Weg, den ich im Leben nehmen muss.

Ganz ehrlich: Es ist nicht peinlich, noch schlimm sich mal verlaufen zu haben. Schlimm wird’s, wenn ich mir das nicht eingestehen will. Schlimm wird’s, wenn ich aus Stolz und Scham nicht zu dem kommen will, der mir helfen kann.

An alle, die sich in ihrem Leben verlaufen haben und den Weg nicht mehr finden: Gott kann ihn euch zeigen, er selbst kann euer Weg sein.

 


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