/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Harte Zeiten

Ulrike Schild über Hiob 2,10

Bibelvers

Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?

Hiob 2,10

Sie wohnt ganz in der Nähe von mir – eine Frau, die ich ab und an besuche. Gibt ein trauriges Bild ab. Schwerkrank ist sie und mittellos, weil ihr Mann gestorben ist und das Haus noch nicht abgezahlt ist. Ein riesiger Schuldenberg hat sich da angehäuft. Durch ihre vielen Krankheiten ist sie geschwächt und kann nicht so richtig am sozialen Leben teilnehmen. Rolltreppe abwärts.

So mancher von Ihnen kennt vielleicht auch solche Leute, die so immens in der Klemme stecken. Oder Sie sind es gerade selbst?  Wenn ich es arrangieren könnte, würde ich Ihnen den Hiob vorbeischicken, denn der weiß genau, was in Ihnen vorgeht. Seine Geschichte steht in der Bibel, im Alten Testament. Er kennt Schicksalsschläge ohne Ende. Wie ein Häufchen Elend sitzt der einstige Großgrundbesitzer in der Asche und schabt sich die wehe, entstellte Haut voller Geschwüre. Und dann kommt der Moment, wo sich der Hiob klar positionieren muss. „Sag Gott ab und stirb", rät seine Frau ihm. Die Antwort von Hiob auf diese Todesempfehlung: „Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?" 

Diese Frage mag nicht jedem spontan runtergehen wie Öl. Sie hört sich vielleicht erst einmal wenig tröstlich an. Diese Frage ist eine Herausforderung, denn manchmal wendet Gott keineswegs das Blatt so schnell. Manchmal müssen wir lange unten durch, warum auch immer. Wer jedoch an Gott dran bleibt, auch wenn es hart ist, für den geht es am Ende gut aus. In letzter Konsequenz kann uns das Dunkle, das Schlimme, können die Schmerzen und selbst deTod – uns nicht scheiden von der Liebe Gottes. 


Reaktion an den Autor ist über das Kontaktformular möglich.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren