/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Fußball-Eltern und der Siegespreis

Dariush Ghobad über 1. Korinther 9, 24.

Meine Kinder spielen beide in einem Fußballverein – sehr zu meinem Missvergnügen. Denn ich finde: Es gibt nichts schlimmeres als „Fußball-Eltern“. Also Eltern, die jedes Wochenende mit ihren Schützlingen durch das Land gurken, am Spielfeldrand immer besser Bescheid wissen als die Trainer oder die Schiris und am Ende dann keinen weiteren Erlebnishorizont haben als die Kreismeisterschaft. Aber es nützt alles nichts. Beide Kinder wollen unbedingt spielen, was ja immer noch besser ist, als ihrem Couch-verliebten Vater nachzueifern.

So schleppe ich mich, wann immer es erforderlich ist, zu den Spielen und jubele lautstark, grundlos und bedingungslos. Aber meine Kinder sind in ihrem Eifer nicht zu stoppen, sie spielen jedes Mal so, als ob es um die Weltmeisterschaft ginge. Mit heiligem Ernst diskutieren sie vorab die Taktik und analysieren langatmig das Geschehen im Nachhinein. Sie sind so investiert in den Sport, dass es mich an den schönen Satz im ersten Korintherbrief erinnert: „Lauft so, dass ihr den Siegespreis erlangt.“

Das sagt ein Apostel in der Bibel und betont damit, welche innere Haltung im Glauben an Jesus Christus wichtig ist. Nicht einfach nur mitmachen, nicht einfach nur dabei sein – es geht darum, mit Inbrunst teilzunehmen. Ich halte das für einen sehr guten Ratschlag, gerade in einer Gesellschaft, in der einzelne Personen immer weniger bereit sind, sich zu engagieren. Wir sollen Gott ehren und für den Glauben kämpfen, als gäbe es einen Siegespreis. Wir sollen mit vollen Sinnen dabei sein, in der Gemeinde, im Gebet oder eben auf dem Fußballplatz.


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