/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Diese eine Sache

Tobias Schier über Römer 7, 19.

Da gibt es diese eine Sache – die nervt mich kolossal. Wenn die passiert, dann bin ich in nullkommanix auf 180, das geht’s schneller, als ich Stopp sagen kann. Diese eine Sache hat glaube ich jeder, auch wenn sie bei jedem eine andere ist.

Und wenn ich länger drüber nachdenke, wenn ich mal eine Nacht drüber geschlafen habe, denke ich: Wie konnte mir das nur wieder passieren? Eine Antwort bleibe ich mir schuldig. Und das manchmal schon seit Jahren.

Dann bete ich, dann nehme ich mir vor, es das nächste Mal besser zu machen. Vielleicht lese ich Ratgeber, suche Gespräche und schöpfe Hoffnung: „Das nächste Mal werde ich es aber ganz sicher hinkriegen!“ Und dann geht es auch tatsächlich ein- oder zweimal gut, bis zu dem Moment, in dem ich nicht wachsam bin. Der Moment, in dem ich müde bin oder hungrig oder ausgelaugt. Und es passiert wieder.

Ich bin ganz ehrlich: In solchen Momenten mag ich mich nicht besonders gern. Ich frage mich, was eigentlich los ist mit mir. Es ist genau das Gleiche mit mir los, was mit dem Apostel Paulus los war, als er an die Gemeinde in Rom folgende Zeilen schriebt: „Das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“

Ja, Paulus, du bringst es auf den Punkt! Genauso fühle ich mich! Aber warum ist das auch Paulus passiert?! Weil Paulus ein Mensch war wie Sie und ich! Am Ende sitzen wir alle in einem Boot - und Gott sitzt mit drin. Denn ich brauche ich diese Gnade, Vergebung und Liebe meines Vaters im Himmel. Gott sei Dank kennt er mich und liebt er mich. Ein neuer Anlauf ist bei ihm immer möglich.

Vielleicht sollte ich diesen Anlauf das nächste Mal nicht ohne ihn, sondern mit ihm machen. Vielleicht sollte ich ihn machen lassen. Vielleicht sollte ich mich von ihm verändern lassen. Wie das geht? Zeit mit ihm verbringen, so dass sein Wesen auf mich abfärbt. Das ist am Ende weniger anstrengend und erfolgsversprechender. Was spricht also dagegen?


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