/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Das Unrecht stoppen

Andreas Odrich Psalm 74,2.

Bibelvers

Gott, gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben und dir zum Erbteil erlöst hast.

Psalm 74,2

Diese Geschichte klingt wie ein aktuelles Nachrichtenformat dieser Tage: Gotteshäuser werden niedergebrannt, Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt, verschleppt, getötet. 

Doch dieser Text reicht mehrere Tausend Jahre zurück. Ich spreche von Psalm 74. Der Liederdichter Asaf hat ihn geschrieben. Schreckliche Dinge muss Asaf miterleben, wie sein Volk zerschlagen und geschändet wird durch die Feinde. Und so fleht er Gott an: 

"Erinnere dich daran, dass wir dein Volk sind! Vor langer Zeit hast du uns angenommen und uns aus der Gefangenschaft befreit."

Asaf möchte Gott mit diesem Psalmlied bestürmen. Gott an seine Treue gemahnen, die er seinem Volk doch immer wieder hat zuteil werden lassen. Bemerkenswert: Dieses Psalmlied hat kein Happy End. Bis zum Schluss bleibt es eine einzige große Klage. Man kann es nur ertragen, wenn man es im Gesamtzusammenhang der Bibel liest. Genau aber das finde ich realistisch. In Psalm 74 wird deutlich: Mit langen Durststrecken im Leben ist zu rechnen. Auch mit anhaltender Verfolgung.

Wendet sich Gott deshalb ab? Nein, vielmehr will er uns gebrauchen, so wie er Asaf gebraucht. Wir sollen runter von der Zuschauerbank und eintreten für die Entrechteten. Da, wo immer es geht, einstehen für ihre Sache, für ihre Leben: Verfolgung, Unterdrückung und Hunger beim Namen nennen. Deshalb geht das Lied von Asaf weiter. Es ist die Begleitmusik zu unseren alltäglichen Nachrichten. Es soll uns aufrütteln und ganz im Gottvertrauen in Aktion bringen. Denn nur so kann das Unrecht endlich gestoppt werden.


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