/ Anstoß - Gedanken zum Tag

„Befiehl dem HERRN deine Wege“

Wolf-Dieter Kretschmer über Psalm 37,5

Bibelvers

Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen.

Psalm 37,5

Ist es ein Zeichen von Schwäche, wenn ich jemand anderes bitte, mir zu helfen? Dieser Gedanke  kann einem kommen, wenn man Psalm 37,5 liest. Dort steht:

Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen. (Psalm 37,5)

David hat diesen Satz geprägt. Und der Zusammenhang legt nahe, dass David allen Grund hatte, sich aufzuregen. Immerhin beginnt er den Psalm mit den Worten: „entrüste dich nicht über die Bösen“.  

Ich glaube, dass es David nicht um blindes Vertrauen oder stilles Herunterschlucken von Ärger geht, sondern um eine bewusste Entscheidung. Etwa so: Ich entscheide mich jetzt angesichts verschiedener Möglichkeiten, Gott, meinem Herrn, zu vertrauen.

Deswegen will ich es so halten, wie König David mir das rät: Ich will meine Blicke auf Gott richten, mit ihm meine Wege besprechen. Ich will Gott um Einsicht und Durchblick bitten und für die Fähigkeit mich nicht aufzuregen. Ich will offen sein für Korrektur und dann mich seiner Führung anvertrauen. 

Das tue ich nicht, weil ich mich vor der Verantwortung eigener Entscheidungen drücken will, sondern weil ich mir bewusst bin, dass Gottes Perspektive besser ist als meine. Außerdem habe ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht, mich Gott anzuvertrauen. Er hat mich bisher immer gute Wege geführt, ja, auch dann, wenn diese Wege manchmal ziemlich schwierig waren.


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