/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Weise und Narren

Markus Baum über Jeremia 8,9.

Was können die Weisen Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen?

Jeremia 8,9

Dummheit gibt’s auf dieser Welt in rauen Mengen, nur hat niemand Verwendung dafür. Weisheit dagegen ist ein rares Gut, entsprechend hoch geschätzt sind die Weisen dieser Welt. Davon zeugt auch die Bibel. Im vorderen Teil der Bibel gibt’s eine eigene Abteilung Weisheitsliteratur. In den Psalmen und im Buch Hiob werden die Weisen gerühmt – dort wird aber auch klargestellt: Menschliche Weisheit ist begrenzt und hält keinem Vergleich mit der Weisheit Gottes stand. Von Gott ist bekannt: Er lässt die Weisen dieser Welt manchmal ziemlich dumm aussehen.

Im ausgehenden 6. Jahrhundert vor Christus hat Gott sich eine Weile angeschaut, wie die Elite des kleinen Königreiches Juda arrogant ihren eigenen Kurs verfolgt hat. Gottes Gebote haben die Berater des Königs und die obersten Priester sehr frei ausgelegt, um nicht zu sagen: verdreht. Das war ausgesprochen töricht. Die Quittung bekamen sie vom Propheten Jeremia ausgehändigt – in Form einer rhetorischen Frage: „Was können die Weisen Weises lehren, wenn sie des Herrn Wort verwerfen?“ (Jeremia 8,9) – Antwort: Nichts!  

Gottes Sicht der Dinge, Gottes Rat macht die Unverständigen weise, hieß es schon in den Psalmen (Ps. 19,8). Und sechshundert Jahre nach Jeremia hat Jesus behauptet: Die größten Geheimnisse offenbart Gott gerade nicht den Weisen, sondern den Unmündigen (Lukas 10,21). Wenn das wahr ist, und davon gehe ich aus, dann heißt das für mich: Ich will mich nicht von geistigen Überfliegern beeindrucken lassen, sondern will in meiner Umgebung nach Menschen suchen, die Gottes Geheimnissen auf der Spur sind. Und ich will selbst ein solcher Mensch sein.  



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