/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Geschenkt, unwiderruflich

Markus Baum über Römer 11,29.

Gott nimmt seine Gnadengeschenke nicht zurück, und eine einmal ausgesprochene Berufung widerruft er nicht.

Römer 11,29

An den Sonntagen zwischen Ostern und Pfingsten finden normalerweise in vielen evangelischen Kirchen Konfirmationsgottesdienste statt. Wenn nicht gerade eine Pandemie solche Feiern verhagelt. Junge Menschen bereiten sich darauf vor, setzen sich in einer Art kirchlichem Unterricht mit dem christlichen Glauben auseinander. Viele bekennen sich dann bei der Konfirmation zu diesem Glauben – und die Gemeinde freut sich mit ihnen. Nicht zu vergessen die Hauptsache: Gott bekennt sich zu den jungen Leuten.

 

Was den Konfirmandinnen und Konfirmanden vorher selten jemand auf die Nase bindet: Der christliche Glaube ist kein Kurzstreckenrennen, sondern ein Langstreckenlauf. Da kann man zwischendrin einen Hungerast bekommen, manche machen schlapp, manche kommen auch unterwegs vom Kurs ab, verlieren die Orientierung. Vergessen oder verdrängen oder haken ab, was ihnen bei der Konfirmation zugesprochen worden ist und was ihnen damals vielleicht auch wichtig war.

 

Das ist bedauerlich, aber eine Katastrophe ist es nicht. Denn entscheidend ist: Gott disqualifiziert niemanden, das Rennen läuft weiter. Diese Erkenntnis hat der Apostel Paulus vor 1970 Jahren gewonnen, als er sich Gedanken gemacht hat über seine jüdischen Volksgenossen, Angehörige des Bundesvolkes Israel – und über ihre Zurückhaltung gegenüber Jesus, dem Messias. Paulus hat es im Römerbrief so ausgedrückt: „Gott nimmt seine Gnadengeschenke nicht zurück, und eine einmal ausgesprochene Berufung widerruft er nicht“ (Römer 11,29). Das Ziel bleibt erreichbar – für Gottes erste Auswahl, genauso aber auch für Spätberufene. Für junge – und für Menschen in fortgeschrittenem Lebenalter.



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Kommentare

Von Peter J. am .

Ich schätze Markus Baum sehr für seine verständlichen und tiefgründigen Beiträge. Doch macht er es sich hier nicht etwas zu einfach? Heisst das für Israel: alle Juden sind errettet? Ich glaube, dass hier gemeint ist, dass Gott schlussendlich mit Israel zum Ziel kommt: dass alle, die an Jesus glauben (d.h. nicht im Unglauben bleiben V23) und dabei bleiben (Hebr. 3.14), gerettet werden, denn nicht alle aus 'Israel' sind Israel (Röm 9,6). Es ist sowieso Gnade, was nicht bedeutet, dass unser mehr


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